WAS IST WAS? – work in progress / Teil 3

Sind plötzlich die Stiernacken verschwunden und die Einfamilienhäusler tauchen als Jagdobjekte der Geheimdienste auf?!? Feindbild Nachbar?!? Ohne Systeme zu verwechseln oder gleich zu setzen…: Ist dies der Blockwart in uns, der den Jägerzaun im Schein der Verdächtigung grinsen läßt?!? Wir werden später sehen, wie effektiv die Assoziation zu: Zaun, Jäger, Tarnung, Flinte, Hinterhalt und Unterholz funktioniert.

Haben wir uns einerseits bisher etwas „angeregt“ in einer nicht stattfindenden Debatte, bleibt immer noch unklar um „Was“ es eigentlich geht.

Fangen wir also noch einmal beim zweiten Wort an: 

„Rechtsextrem“. Es ist anzunehmen dass den meisten Menschen bei Nennung dieses kontaminierten Wortes, das eine Richtungs- oder Seitenangabe mit einem Attribut verklebt, welches man lieber vom Extremsportler her denken würde, ein leiser Schauder über den Rücken läuft. Nachdem aber die weiter oben an die Wand gemalten Bildern so, oder in anderer Schattierung abgelaufen sind, im Schnelldurchgang ohne wenn und aber, kommt dann doch prompt die Reihe: Nazi, Hitler, Überfall, Weltkrieg, Verbrechen, Tod und Verderben…. zum Einsatz. Dann machen die Schoten dicht. Fall „erledigt“. Dieses WAS wollen wir nicht. Hatten wir schon…Weg mit diesem WAS. Punkt.

Dies weiß jeder was das bedeutet. Brutalität, Tod, Elend und Unglück in unfaßbarem Ausmaße. Hier weiter zu fragen, sich um Differenzierungen zu bemühen „verbietet“ uns die „bestens erforschte Geschichte“ aller Zeiten. 

So sagt man. Anstelle selbständigen Nach – Denkens, Recherchierens und Forschens in „vermintem“ Gebiet, tritt gerne vollkommen harmlos die Erinnerungskultur, deren Rituale den Menschen in den Zustand andächtiger Demut wiegen. Attribute die ansonsten eher einem religiösen Kontext beigeordnet sind und auch so funktionieren. Glaube gibt Gewissheit, Vertrauen gar und Sicherheit. Erinnerungskultur ist etwas Gelerntes, hat einen bestimmten Zweck auch oder gerade weil der Anlas hierfür als denkbar dunkler ausgegeben ist.

 DIESE Erinnerung zu hinterfragen verbietet uns ein Tabu, das gar nicht ausgesprochen ist. Seine Wirkmächtigkeit erkennen kann man z.B. dort, wo ernste und fachlich bestens aufgestellte Hinterfrager, echte Wissen Schaftler und „süchtige“ Wahrheitsschnüffler, aber auch Maulhelden, ihre schwer kompatible Meinung dazu geäußert haben und deswegen verfolgt werden. Es kann also nur ein Tabu sein, das wie jedes Tabu, von sich sagt, es sei keines. Es stehe nur schützend vor der Pforte der Wahrheit. Die Wahrheit des nicht zu Hinterfragenden eben. Es bedeutet: 

Nicht weiter hinter fragbar, da schon geklärt. Das ist der Sinn von Tabu, erkennbar an der Verfolgung eines Ketzertums, das sich nicht daran hält die brennende Frage nicht nur in den Ring zu werfen, sondern dem eisernen (Ver) schweigen welches dem Akt der Kühnheit folgt, eigene Antwortversuche unter Verwendung indizierter Schriften entgegen zu schleudern. Heute wie irgendwann einmal damals.

Damit wird der Ring des ungleichen Gefechtes zum sozio – programmatischen Werkzeug, das durchaus in bestimmten Zeiten oder Umständen eine Sinnhaftigkeit haben kann, was dem Zweifler aber schwer einleuchtet, da er einen höheren Zweck zu erkennen glaubt in seinen, durch Quellen unterlegten und somit berechtigten Ahnungen, die etwas anders sehen als die von Allen nachgebetete Litanei verschlossenen Nachdenkens. 

Allerdings ist jedem Tabu auch gleichzeitig dessen Hinterfragung eingeboren, da das „Du sollst nicht“ dem WAS vorausgeht, das WARUM des WAS aber unbeantwortet läßt und unhinterfragbar stellt. 

WAS kommt gar nicht ohne WARUM aus, 

da ansonsten dem Schneemann der Schnee fehlte.

Der menschliche Geist ruht nicht. Er will verstehen, er will das noch Hintergründigste erkennen, er will ganz wissen, sonst wären wir nicht hier in dem langen Weg menschlicher Evolution. Fragen, erforschen, zu neuen und anderen Ergebnissen zu kommen, scheint eine Grundausstattung jedweder Entwicklung, ob diese nun kreationistisch- oder im klassischen Sinne der Evolution begründet ist. Nicht aus Selbstzweck sondern um neuen und besseren Boden unter die Füße zu bekommen von wo aus, oft auch nach Verstiegenheiten, ein Weitergehen möglich ist. Ein Prozedere dazu, wird länger schon Wissenschaft genannt. Wissen schaffen, oder Erkenntnis bilden. Wo bei hierfür ein Diplom nicht zwangsläufig Pate stehen muß. Kennen wir doch auch Künstler, Köche und Millionäre die nichts gelernt, aber in ihrer unermüdlichen Selbstausbildung, irgendwann im Zustand des nahezu „All Wissens“, ihre Wohnung bezogen haben. Vulgär, Genies oder Connaisseur genannt. 

Auf metaphysischer, philosophischer Ebene könnte man auch sagen: Wahres von Unwahrem scheiden. Ein bestimmtes Organ besser ausbilden um zum Beispiel effektiver klettern zu können. Oder: Durch Zufall ein Medikament entdecken, das unzählige Menschenleben rettet. Immer ging diesem eine Betrachtung der Umstände voraus, ein Trial and Error, ein Abgleichen von Möglichkeiten, ein Forschen, eine Re-Vision, ein Scheitern und Irren, ja die Befeuerung eines ansonsten eher trägen Geistes, eine Heraus Forderung, bis etwas Neues, Anderes Wahr wurde und zur Anwendung kam. Bezeichnend ist, dass bis dahin die jeweilige Lage bestens erforscht galt und auch in Lehren als Dogma verkündet wurde. Bei allem hin- und her, kann es ja auch nicht anders sein, außer der nächste Schritt käme vor dem vorletzten. Dann wäre aber nichts zu Stande gekommen sonder ein Dauerfall würde den Denker in seine Höhle zurück beamen.

Da Alles geklärt sei, gäbe es nichts mehr zu klären. Wird bei einem bestimmten Thema gesagt. Wie wir sahen, untypischer Weise. Mir geht das Wort „was“ nicht aus dem Kopf. Das mag meine Eigentümlichkeit sein und meine These dass erst nach dem dritten Nachfragen „die Dinge“ überhaupt zum Leben kommen und interessant werden. Neue Sicht- und Einsichtsmöglichkeiten entstehen und das nicht nur in wissenschaftlichen Bereichen oder im täglichen Leben, sondern gerade bei der Spezies der Künstler, die dazu verdonnert sind den „Zauberwürfel“ immer wieder zu drehen. Denn nichts liegt dem Authentischen ferner als sich zu wiederholen oder sich mit einem immer gleichen Mantra und dessen auswendigen Abstottern zu begnügen. Waren wir früher doch so etwas wie Schamanen, im weitesten Sinne also: Heiler. Man denke an die Katharsis der griechischen Tragödie, oder den Medizinmann der Indianer, den blinden Seher Teiresias. Leute die die Menschen zu ihrer Gesundung wieder mit den Sphären der Götter verbanden und diesen im weitesten Sinne wieder ihr Gedächtnis, Reflexionskraft und Erinnerung gaben. Nachdem sie bisherige Prozeduren der Lebensbewältigung in Frage stellten und zu neuen und anderen Einsichten kamen, Vergangenes also auch neu bewerten konnten. 

Es könnte also auch sein dass wir an einem Tabu deswegen kratzen, weil irgendwie ein unbestimmtes Leid und konkretere Zerrissenheit im Entstehen ist, ohne dass zunächst die Zusammenhänge und Ursachen erkennbar wären. Was ist es, das Menschen ins Gefängnis bringt, wenn sie „Dinge“ sagen, die straffrei nicht sag bar sein sollen? Ist dies die Sphäre eines Tabus und wenn ja, wie ließe es sich beschreiben? Versuchen wir es, es schwingt ja schon mit.

Der Vorwurf bei Näherung lautet: Man wolle doch nur ein als abgründig erwiesenes und bestens erforschtes System wiederbeleben, um seinen Hass auf alles Andere Bahn zu geben. Man wolle das totalitäre und menschenverachtende Prinzip wiederbeleben. Das Andenken Verstorbener schänden und Volksverhetzung betreiben, als Wolf im Schafspelz, der noch schäbig genug sei, sich als Opfer darzustellen. Störung des öffentlichen Friedens, leugnen von Völkermord und nicht näher bezeichnete Verbrechen eines untergegangenen Systems wolle man nicht nur gutheißen sondern rein waschen. Fall erledigt. Dieser Vor Gang hat System, der zum Selbstverständnis des BRD Systems gehört, wie auch die Tatsache, dass es sich als Gegenentwurf zu einem schwer definierbaren unfassbarem Grauen versteht. „Hauptsache“ dort das Böse, dann können wir von daher nur die Guten sein. Ohne dieses Grauen wäre also das Jetzige undenkbar, es scheint nachgerade dadurch bedingt zu sein, was es ihm verständlicher Weise schwer macht das Grauen differenziert zu betrachten. Es könnte ihm an seine Existenz gehen oder eine Wurzelbehandlung des Bisherigen nach sich ziehen. Das bedeutet Angst vor Schmerzen. Wir werden dies näher kennen lernen. 

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