jüdische Kulturtage Überlingen

In Congress Netanyahu rejects peace,…

… offers a fictional Palestine never to become reality and embarks on a collision course with the Palestinians and the whole world.

Artikl von Adam Keller, Sprecher der israelischen Friedensbewegung Gush Shalom

s.a. http://adam-keller2.blogspot.com/

In Congress Netanyahu rejects peace, offers a fictional Palestine never to become reality and embarks on a collision course with the Palestinians and the whole world.

The speech of PM Netanyahu in the US Congress was composed of dozens of colorful gimmicks and empty cliches, talk of a peace which he does not intend to conclude and of a fictional Palestinian state which he has no intention of seeing become reality.

Netanyahu praised democracy to the skies, while intending to continue occupation rule over millions of people by main force, against their will. Netanyahu boasted of the freedom of religious worship supposedly provided by Israel at the holy places in Jerusalem, while the Israeli police has a declared policy of regularly barring Muslim worshippers from the mosques in the heart of Jerusalem. Netanyahu spoke sentimentally about the David and Goliath story in the Bible, while in reality the state of Israel had become a modern Goliath which killed hundreds of children in the three weeks of bombing on Gaza, and the role of David passed to Palestinian protesters armed only with stones.

In demanding a perpetual Israeli occupation along the Jordan River Netanyahu makes clear that what he calls a Palestinian state would be little more than an isolated enclave cut off from the outside world, with all entry and exit under Israeli control – in effect, a new version of besieged Gaza. Netanyahu spread promises to make „painful compromises“ and dismantle some of the settlements – and immediately blocked the road piling conditions upon conditions designed to ensure that the time for compromises would never come and the settlements would remain in being and continue to expand, robbing the lands of their Palestinians neighbors.

Netanyahu should not be blinded by the applause in a Congress which remains the hostage of a power-hungry Israeli lobby. It is unclear how long will this lobby retain its power, and whether either lobby or Congress are truly willing to embark upon a direct confrontation with the President of the United States on Netanyahu’s behalf. In his outspoken opposition to the principle of the 1967 lines with mutually agreed territorial swaps – the single route to peace which is agreed upon by the entire international community including the U.S. President – Netanyahu continues to dig in and burrow into his rejection of the chance for peace. His claim that the 1967 lines are „indefensible“ is ludicrous, especially considering that it was exactly within these lines that the IDF gained the greatest military victory in Israel’s history. In contrast, the settlements scattered throughout the Occupied Territories produce a blurred boundary, in fact a complete lack of any border, which the IDF finds it difficult to defend. The undoubted historical fact that Jews lived in these areas thousands of years ago can in no way change the fact that nowadays we are there as conquerors and oppressors, and such we will stay as long as a single Israeli soldier remains there against the residents‘ wishes. „

The extremist position that Netanyahu presented, wrapped in rhetoric and cliches, constitutes a final closing of the door to renewed negotiations and an embarkation on a course of collision with the Palestinians and the entire world, towards the inevitable

„diplomatic tsunami“ predicted by Defense Minister Barak. In the longer term it may actually turn out that Netanyahu – the very man who demands of the entire world to recognize the principle of „A Jewish State“ – will be the one who drives the Palestinians to despair of achieving their own state and into demanding a vote for the Knesset instead.

Contact: Adam Keller +972-54-2340749

PALÄSTINA-ISRAEL und zurück

Verkriecht man sich in Überlingen ängstlich in der philosemitisch- romantischen Behausung goldbedeckter Kuppeln einer realitätsfernen Verklärung Jerusalems und in Spuren jüdischen Lebens im ausgehenden Mittelalter auf dem Weg ins verklärte „Jetzt“, projeziert also quasi ein „himmlisches Jerusalem“ nur um dem irdischen, der Realität dort heute nicht in die Augen zu sehen?! Natürlich ist „Dachau“ nicht die Westbank. Das Maß an Verdrängung aber gegenüber dem, was in den besetzten Gebieten passiert kann gut mit folgender Analogie wiedergeben.

Einst: Lieber Gott, mach mich stumm, dass ich nicht nach Dachau kumm.

Und heute: Lieber Gott mach Augen krank, dass ich net seh‘ die Westebank.

Wissen die Apologeten eines solchen Israels nicht was dort mit der brutalen Unterdrückungs- und Besatzungsherrschaft seit über 40 Jahren passiert? Dass der Staat Israel konsequent internationale Rechtsprechung und UNO Beschlüsse ignoriert, Menschenrechte mit den Füßen tritt und Verbrechen gegen das Völkerecht begeht?

Oder wird all dies gerade in der christlichen Welt billigend zur Kenntnis genommen unter dem Aspekt biblischer Verheissung und der Heimkehrung des jüdischen Volkes von seiner 2000 jährigen „Reise durch die Diaspora“. Denn wenn Israel „aufsteige“ sind wir Christen alle ein gutes Stück vorangekommen auf dem Wege nach Zion und seinem Messias?!? Lauert da nicht der christliche Antijudaismus des Mittelalters der seinen Gegner ins offene Messer rennen läßt?

„Lasst alle vorrücken und ein paar Hügel einnehmen! Alles, was wir uns nehmen, wird uns gehören, und alles, was wir nicht nehmen, wird uns nicht gehören!“

Ariel Sharon ehem. Ministerpräsident

Wie kruden müsse wir noch argumentieren um „Rechtfertigung“ von Unrecht via Bibel herzustellen? Wozu diese oberflächliche Fetischierung des Jüdischen. Was soll damit eigentlich gesagt werden?

Treibt also in Überlingen die Entkontextualisierung von Zeit und Raum neue Blüte, wenn die Rüstungsindustrie ihr Stelldichein zur Selbstbeweihräucherung gibt, unweit der Stollen wo Arbeiter von Rüstungsbetrieben zu Tode geschunden wurden und in den Ausstellungsräumen der Bank ein Überlebenden der Shoa, Max Mannheimer, womöglich mit einem Teil des Publikums der Ortsrandpartys das „transformierte Grauen“ über sich ergehen lässt?

s.a. Südkurier 05.09.2009

Was ist das für eine Gesellschaft, die sich so gespalten gibt, ohne es zu wissen oder vorgibt Nichts zu wissen?

Verwechselt man in Überlingen am Bodensee Menschen jüdischen Glaubens oder Herkunft mit dem Staate Israel oder Zionismus mit der Kabbala, oder gar die Halacha mit internationalem Recht oder die Haskala und jüdisches Leben im allgemeinen mit einer Art koscheren Romanze?!

Was ist eigentlich gemeint bei jenen, die die Plattitüden erzeugen im medialen Katalog ihrer Veranstaltungen? Erinnerungsarbeit? Welche und an Wen? Exklusive Jiddischkeit in Überlingen, die zum Kitsch verkommt in ihrer zwanghaften Verschwiegenheit aktueller Geschichte gegenüber? Kommt Schweigen von dem Verschweigen dessen, was jüdische Spuren in Überlingen heute noch sind? s.a. Südkurier  >>> Generalstabsschef der IDF in Überlingen

Rüstungskooperation der Firma DIEHL mit der gößten israelischen Waffenschmiede RAFAEL über deren „Tochter“ ERCAS in den Niederlanden.

Als historisch in Verantwortung (als Antwortende) Stehende meinen wir, dass Israel heute nicht ohne den Konflikt gedacht werden kann, der unmittelbar aus seinem Gründungsmythos und dessen unmittelbaren Vorläufern mit hervor gebracht wurde.

Zeigen und erinnern wir also an die jüdischen Ghettos von damals in Deutschland und die palästinensischen Ghettos, Unterdrückung, Diskriminierung und Vertreibung von Heute in Palästina und klären auf!

Thematisieren wir jene Ungeheuerlichkeit der versuchten Berechtigung einer „Judaisierung also Ent-arabisierung ganz Palästinas“ im Rahmen einer sehr real dort praktizierten „exklusionistischen jüdischen Ethnokratie“(12) des radikalen Siedlertums, der Nationalreligiösen und rechter orthodoxer Kreise, was perverser Weise jenem ähnelt was gerade unter anderen Vorzeichen von exklusiver Monstrosität, nämlich einer versuchten „Arisierung der Ostgebiete“ und folgender millionenfachen Vernichtung in der Welt passiert war. Muss diese Geschichte enden in einem: „Vom judenreinen Land der Nazis zum reinen Judenland der israelischen Ethnokratie?!

Enteignung, Konfiszierung, Zerstörung von Haus und Land, Annexion und Okkupation, das sind ethnische Säuberungsprogramm die uns Deutschen doch bestens aus unserer Geschichte bekannt sein dürften!

Unterstützen wir diese Politik Israels den Palästinensern gegenüber, schaffen wir neue Opfer und verhöhnen unsere „direkten Opfer“, die europäischen Juden hin zur Bedeutungslosigkeit.

Rassistisches Denken und Handeln hat noch immer in den Abgrund geführt!

Auch Martin Buber war demgegenüber nicht ganz gefeit, wenn er unkommentiert schreibt:

„Das Besondere dass hier zum Allgemeinen (den Anderen, den nicht Auserwählten, den „Zurückgebliebenen“ ? | Hinzufügung) hinzutritt, konstituiert eine eigene Gattung (also Rasse?) die weit über die Grenze nationaler Probleme hinaus an Menschheitliches, an Kosmisches, ja an das Sein selber rührt.“

Quelle: Martin Buber | Die Idee von Israel und Palästina

Biblisch gesprochen: Jenes Land, welches den Juden von „Gott“ als auserwähltem „Volk Gottes“ versprochen wurde, ist von keinem anderen anzutasten. Er würde sich ja sonst dem göttlichen Willen seines Gottes (auch dem christlichen) und dem Bund mit den Menschen widersetzen. Eine Geisel der Landnahme verpackt in den Pakt mit dem Allerhöchsten. Exklusivität par excellence. Ein Totschlagargument.

Um es klar zu sagen:

Die Existenz des Staates Israels, Atommacht und mit einem der besten und schlagkräftigsten Heere der Welt gerüstet ist Fakt. Sein Existenzrecht alleine schon durch den UNO-Teilungsplan von 1947 durch die Völkergemeinschaft bestätigt und gewünscht. Neueste historische Forschungen israelischer Historiker und Äußerungen ehemaliger Militärs und Geheimdienstleute zeigen, dass die Bedrohungslage in vielen Konflikten (z.B. 1967) weitaus geringer, bzw. durch die israelische Propaganda inszeniert war um immer das Bild der physischen Vernichtung von Land und Leute zu zeichnen.

Was allerdings Israel im kartographischen Sinne sein will, kann nicht durch Berufung auf biblische Aussagen gerechtfertigt werden, dem stehen zivilisatorische Errungenschaften wie Völkerrecht, UNO Resolutionen, reale Geschichte und Menschenrechte entgegen. Wir leben nicht mehr in der Archaik eines nebulösen und mythisch umrankten Altertums, wo Stammesreligionen ihnen gefällige Landnahmen mit Gewalt durchgesetzt haben.

Und doch wird genau dieses in Palästina praktiziert mit der kontinuierlichen Vertreibung und der ethnischen Säuberung der Urbevölkerung Palästinas.

„Wir müssen die Araber vertreiben, und ihre Orte übernehmen.“

David Ben Gurion, zukünftiger Premier von Israel, 1937

„Wir spazierten draussen und Ben Gurion begleitete uns. Allon wiederholte seine Frage ‘Was soll mit der Palästinensischen Bevölkerung passieren?’ Ben-Gurion machte mit der Hand eine Geste, die sagen sollte: ‘Jagd sie raus!’“

Yitzhak Rabin, später zensierte Version von Rabins Memoiren, veröffentlicht New York Times, 23 October 1979.

Schon kurz nach seiner Ankunft in Palästina 1938 prophezeite Martin Buber den Verfechtern eines harten militärischen Vorgehens gegen die damals ihrerseits die britische Mandatsmacht wie die jüdischen Siedler bekämpfenden Araber eine unheilvolle Entwicklung:

„Unsere Gewaltverehrer sind im Begriff, das Arabertum, im Land und außerhalb des Landes, gegen uns zusammenzuschweißen“.

„Nur eine innere Revolution kann die Kraft haben, unser Volk von seiner mörderischen Krankheit grundlosen Hasses zu heilen. Sie wird zwangsläufig unseren vollständigen Untergang hervorrufen. Dann erst werden die Alten wie die Jungen in unserem Land erkennen, wie groß ihre Verantwortung für das Elend der arabischen Flüchtlinge ist, in deren Städten wir Juden angesiedelt haben, die von weit her gebracht wurden; deren Häuser wir geerbt haben, auf deren Feldern wir jetzt sähen und ernten; deren Früchte aus Gärten und von Weinbergen wir einsammeln; und in deren Städten, die wir geraubt haben, wir Häuser der Erziehung, wohltätiger Einrichtungen und des Gebets errichten, während wir herumreden und davon faseln, dass wir „das Volk des Buches“ und „das Licht der Völker“ seien.“

Martin Buber 1952 aus: „Wir sind ein Licht für die Völker“

Könnte es nicht sein, dass gerade die uneingeschränkten Apologeten Israels jene sind die in dem gefährlichen, (weil internationales Recht ignorierenden) Gebaren dieses Staates seinen möglichen Untergang „wittern“? Unterstützen und Befürworten kann immer auch noch eine andere Seite beinhalten. Jene die im Grunde nicht die Wohlwollende ist.

Abscheulich? Allerdings!

Wir Christen sind Bibel-, also Israeltreu, und suchen nur den christlich – jüdischen Dialog mit den heutigen Juden in Israel, die für uns so etwas wie eine „Speerspitze unseres christlichen Glaubens“ mithin dessen Urheber sind also unser, wenn auch gelegentlich (als Nachfolger des christlichen Antijudaismus) immer noch ungeliebtes „Fundament“ sind?!

Es liegt nah am Chauvinismus! Es ist Deutsch-Israelischer Chauvinismus sich gegenseitig spiegelnd.

„Aber was soll’s? Wenn der Schwabe die Waffen nicht liefert, so tut das ein Anderer. Und dass die Amis zu allem bereit sind wissen wir ja. Und da ist es doch besser der Schwabe ist reich, als der Ami, denn der Schwabe zahlt hier Steuern und die brauchen wir für Kitas“.

So ein (satirischer) Leserbrief (Ausschnitt) als Reaktion auf „Heile Welt“ Waffenindustrie am Bodensee vom 04.11.2010 in der ZEIT.

Jedenfalls taugt es nicht dazu offen, transparent und unter Achtung historischer Fakten und grundlegender Menschenrechte argumentativ den Diskurs zu bemühen und sich seiner historischen Verantwortung als denkender Mensch in diesem Land zu stellen und Position zu beziehen.

Denn ein Schuldgefühl gegenüber den Opfern des von unserem Kollektiv ausgegangenem menschenverachtenden Unrechtes darf nicht dazu führen, Rechts- und Menschenrechtsverletzung in der heutigen Zeit zu tolerieren, gerade aber nicht in jenem Land, wo viele Nachfahren dieser Opfer leben und ausgerechnet dort, oft nicht die Willkommensten waren. In Israel, dessen Gründungsvater Ben Gurion im Zusammenhang mit Überlebenden des Holoaust verächtlich von „Menschenstaub“ sprach.

Es wäre eine erneute Verhöhnung von eben „unseren“ Opfern, wenn man quasi in ihrem Namen als Legitimation heutiges Unrecht gegenüber den Menschen in den besetzten Gebieten ignorierte oder gar begünstigt, z.B. durch Geschäfte mit Waffen aus Familien Betrieben wo Vorfahren jener zu Tode gebracht wurden die heute möglicher Weise als Unterdrücker auftreten. Soll sich so der Kreis schließen?

Perversion der Geschichte, Dialog als Motto, oder nur dialogisches Prinzip?

Doch leuchten darf hier nur die goldene Kuppel Jerusalems, die, wer es noch nicht wissen sollte eines der höchsten muslimischen Heiligtümer ist, jener Felsen Dom und nicht etwa der Schimmer eines jüdischen Tempels.

Fehlt es uns schlicht an Informationen? Schwierige Zusammenhänge? Nein, Es ist offensichtlich. Hinschauen, hinterfragen, nachdenken, handeln!

WAS IN ÜBERLINGEN PASSIERT

>> Artikel in der ZEIT vom 04.11.2010

>> Ausbildung deutscher Luftwaffenpiloten in Israel | 3sat Bericht

  • Initiatoren aus Politik und Gesellschaft entdecken Spuren „eines geistigen  jüdischen Zentrums“ in Überlingen im ausgehenden Mittelalter. Man versucht unter dem Motto: „Niemals wieder“ deutsch-israelischen und jüdisch-christlichen Dialog. Zwei Lokalpolitiker bemühen sich mit jungen Israelis um einen „Vergleich des Militärs in beiden Ländern“ s.a. Südkurier vom 31.08.2010 und um die „Wasserproblematik Israels„. Dies an der örtlichen Jugendherberge „Martin Buber“, unmittelbar vor den Toren des Rüstungsbetriebes DIEHL BGT DEFENCE. Dieser ist vor allem in der „Waffenreihe“ SPIKE, die auch im letzten GAZA Krieg, im Libanon Krieg und unter der letzten Intifada (Volksaufstand der Palästinenser gegen die israelische Besatzung) von der israelischen Armee verwendet wurde, Kooperationspartner (lt. Presseinformation für den europäischen Rüstungsmarkt) der größten israelischen Waffenfirma RAFAEL (über deren holländischen Tochter ERCAS B.V.)  Ein Filmprojekt 2011 soll hiesige Jugend in das lokale Narrativ der „jüdischen Spuren“ integrieren, was anschließend israelischen Jugendlichen als geschichtliche „Anbahnung“ unter dem Aspekt „Völkerverständigung“ vorgestellt werden soll.  Hierzu bemüht man Martin Buber mit seinem Ausspruch: „Alles wirkliche Leben ist Begegnung“.
  • Das „heiße Eisen“, die Firma DIEHL BGT  DEFENCE vor Ort in Überlingen am Bodensee als Rüstungskooperationspartner der israelischen Rüstungsschmiede RAFAEL (via der holländische Tochter ERCAS B.V.) und Israel als Besatzungsmacht, als Menschenrecht verletztender Staat der zahlreiche UNO Resolutionen negiert, der sich weigert die Rechtssprechung des Internationalen Gerichtshof in Den Haag Folge  zu leisten, der Völkerrecht massiv und nachhaltig verletzt, Land und Wasser der palästinensischen Bevölkerung raubt und deren Häuser in zehntausenden Fällen zerstört und die  palästinensischen Bewohner vertreibt und tötet, Israel als Apartheidsstaat wurde bisher von der Lokalpolitik nicht nur völlig ausgeklammert, sondern sogar noch „beworben“.
  • In einer örtlichen Bank wird während den Überlinger jüdischen Kulturtagen im Rahmen des Europäischen Tages der Jüdischen Kultur 2009 von der Bürgermeisterin, Lokalpolitikern und Honoratioren vor der Staatsflagge Israels ein Scheck ausgetauscht. s.a. Südkurier vom 08.09.2009. (8 Monate nach dem GAZA Krieg). Einen Monat später wurde der Generalstabschef, der wegen ihrem unverhältnismäßigen und brutalen Vorgehen im Gazakrieg 2008/2009 weltweit geächteten israelischen Armee in Überlingen am Bodensee von dem „Überlingen Fan“ und damaligen Generalinspekteur der Bundeswehr Schneiderhahn hofiert. s.a. Südkurier vom 29.10.2009. Nur wenige Monate zuvor hat diese Armee fast eintausendvierhundert palästinensische Menschen getötet, darunter 350 Kinder. Die Mehrheit der Opfer waren Zivilisten. Fast 5000 Häuser wurden zerstört und über 5000 zum Teil schwerst verletzte Menschen sind zu beklagen. Größte Schäden wurden an der Infrastruktur des Gaza Streifens angerichtet, welches die dortige Zivilbevölkerung in ihrem total abgeriegelten Gebiet in noch tiefere Not und Elend mittels einer kollektiven Bestrafung stürzt.

„Das Schicksal der Israelischen Volkes ist untrennbar verbunden mit dem der Palästinenser. Vielleicht hat Deutschland ja die Pflicht den Israelis zu helfen zu einem Frieden mit den Palästinensern zu kommen.“

Daniel Barenboim, in 3 sat | international anerkannter Dirigent und Musiker, Initiator und Leiter des west-östlichen Diwan Orchesters.  . s.a. Meine Heimat, eure Heimat

Kein wesentliches Wort aber bisher in Überlingen am Bodensee zu dem, was unmittelbar zur jüdischen Kultur in Deutschland, vor allem aber aus deren Entstehungskontext heraus  – zur jüdischen und israelischen Geschichte und zum Verhältnis Deutschland – Israel  mit dazu gehört:

Das Drama des palästinensischen Volkes, seine fortwährende Unterdrückung, Zerstörung und Vertreibung durch den jüdischen Staat.

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„Ich wünsche mir, dass mein Land, Israel, die Kraft finden wird, seine Geschichte noch einmal neu zu schreiben. Dass es lernen wird, seiner Geschichte und seiner Tragödie auf eine neue Art und Weise zu begegnen und sich aus ihr heraus noch einmal neu zu erschaffen.“

David Grossmann, Friedenspreisträger des deutsche Buchhandels 2010 im SPIEGEL

Brief an Bundestagsabgeordnete <

WAFFEN, KNOW-HOW und SOFTWARE vom ÜBERLINGER SEE

oder

„DIE BESATZUNG MACHT KEINE SOMMERFERIEN“

Zitat aus dem Buch: „Ein Israeli in Palästina“ von Jeff Halper

Ein offener Brief an Politik und Gesellschaft um den „stillen Transfer“ deutsch – israelischer Beziehung und Geschichte in Überlingen am Bodensee.

Mit „stillem Transfer“ werden in Israel jene städtebaulichen Maßnahmen und Restriktionen bezeichnet, die entgegen internationaler Rechtssprechung darauf abzielen, palästinensische Bewohner aus ihren Lebensräumen und Häuser zu vertreiben und diese zu zerstören.
 

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ZUR ÜBERLINGER LOKAL POLITIK

Aus welcher Motivation heraus lassen sich zwei Lokalpolitiker mit jungen israelischen und willkommenen Gästen vor einer Jugendherberge* abbilden, die als Namensträger jene des jüdischen Philosophen Martin Bubers trägt und unmittelbar vor den Toren jenes ortsansässigen Betriebes anschließt, welcher mit Israel Rüstungsgeschäfte unterhält? Menschen aus einem Land in dem junge Erwachsene ihr M-16 Schnellfeuergewehr so selbstverständlich und demonstrativ umgürtet haben wie hier die jungen Leute ihren i Pod.

* Seit 35 Jahren soll sie lt. Stiftung der deutsch – jüdischen Begegnung dienen. Warum erst jetzt in einer missverständlichen Weise? Nicht jeder Israeli ist Jude und nicht jede deutsch-jüdische Begegnung hat etwas mit Israel zu tun.

Statt sich aber über Militarismus auseinander zu setzten, also Pazifismus zu bemühen, oder gar die Funktion der IDF (Israelischen Defense Forces) als widerrechtliche brutale Besatzungsmacht* in den besetzten Gebieten näher zu beleuchten, wird hier der „bubersche Dialog“ um einen „Vergleich des Militärs in beiden Ländern“** geführt!

*s.a. „Breaking the silence“ | Organisation von Soldaten der israelischen Armee, die ihren Dienst in den besetzten Gebieten verweigern und hierüber publizieren.
** Zitat Südkurier vom 31.08.2010.

Heute soll also Buber als Hintergrundlegitimation in Überlingen am Bodensee dienen, für einen Dialog der die militärische Stärke zweier Länder thematisiert, zwischen Deutschland, welches die jüdische Katastrophe und Israel, welches die Katastrophe der Palästinenser verursacht hat?

Mehr als Hintergrundrauschen ist da nicht zu vernehmen. Was sich allerdings bei genügender Suche auffinden lässt sind die dunkelsten Teilchen kollektiver Geschichte, übermalt mit der Frohlockung des „heiligen Landes“ hin zu Tochter Zion.

Es mag purer Zufall sein dass ein knappes Jahr vorher der israelischer Generalstabschef, den deutsche Anwälte vergeblich „Dingfest“ machen wollten, als „Kurzzeitgast“ in Überlingen weilte.

Dort, wo auf jüdischen Kulturtagen kurze Zeit später die Flagge eines Apartheit Staates*, der auf dem Prinzip: Ein Volk, eine Religion, ein Land beruht, in einer ortsansässigen Bank inszeniert wird. Hatte man vergessen (die deutsche) Flagge zu zeigen, sprich Verantwortung zu praktizieren?

*Als solchen bezeichnen viele israelische Bürger ihren eigenen Staat Israel schon lange und nicht nur israelische Historiker, Intellektuelle und Wissenschaftler.

„Wenn die enormen Zerstörungen im Gazastreifen bekannt werden, kann ich nicht mehr als Tourist nach Amsterdam gehen, sondern nur noch um vor dem internationalen Gerichtshof in Den Haag zu erscheinen.“

anonymer iraelischer Minister | Quelle: Der Semit | Buchankündigung: Gaza, Mensch bleiben

Oder waren es hier die Stadthalter der Betriebe am Ortsrand die eitel Sonnenschein verbreiten (sollen) im Rahmen einer Israel solidarischen Veranstaltung, zur Hebung deutscher Befindlichkeit und Identität, die in der Aussage gipfelt: „Wir wollen sie in die Welt Israels entführen“. Südkurier vom 06.09.2008

Wer will wen wohin und warum auch noch entführen?

Diese Worte des Bankdirektors mögen nett gemeint sein, spiegeln aber auf fatale Weise sprichwörtlich deren unbewussten Verführungscharakter wieder. Als Kenner „seiner“ Hypotheken erweist er sich als erschreckend Unwissender um die Hypotheken, welche sich der Staat Israel nicht nur mit der völkerrechtswidrigen „Besiedelung“ und Besatzung des sog. Westjordanlandes aufgebürdet hat. Oder gibt es etwa genehme und weniger genehme Schulden?

Eine Spendenübergabe für jüdische Kulturtage und eine KZ Gedenkstätte vor einer israelischen Staatsflagge in einer Bank eines Rüstungsbetrieb Standortes in Deutschland zu inszenieren, ist fast so, als frage man sich verwundert, warum „den Juden“ das ihnen lt. Bibel zustehende heilige Land (Erez Israel) immer noch nicht ganz gehöre. Schließlich ist dieser „Scheck“, via Grundbucheintrag in der Bibel ja schon lange genug ausgestellt.

„Wenn das Geld im Kasten klingt, die Seele in den Himmel springt.“

Johannes Tetzel, 1517 Zum Ablasshandel

Nichtsahnend oder wissen wollend, dass genau dieses Verhalten dem Staate Israel eher zum Schaden gereichen kann als eine klare und auf Fakten basierenden Kritik. Wenn das deutsche Staatsräson sein soll, wird man jene in Zukunft möglicherweise als zum Schaden für Israel begreifen. Denn was an Millionen von jüdischen Menschen verbrochen wurde, lässt sich in keiner Weise mehr gut machen. Schon gar nicht mit einer geheuchelten Freundschaft in problematischer Beziehung.

Geschichte passiert nicht einfach, sie wird von Menschen „gemacht“. So wie palästinensische Siedlungen und Dörfer nicht einfach von selbst verschwunden sind, bevor man an ihrer Stelle israelische Parks und Städtchen baute.* Alt -Neu. Wird auf jene fatale Weise unter dem Preis der Auslöschung der Erinnerung an die Anderen, hier die Palästinenser, zeitgenössische Geschichte mit jüdischem Leben in Überlingen „überbaut“?

Verdrängung unter dem Motto „Erinnerung“!? Völkerverständigung unter dem Ausschluss von bestimmten Opfern?

*Jeff Halper | Ein Israeli in Palästina S. 27/28/39

Es ist zu wünschen, dass zu den „jüdischen Spuren in Überlingen“ auch jene jahrelange Rüstungsgeschäftlichen Verbindungen mit Israel thematisiert werden, wie auch jener Besuch des höchsten israelischen, jüdischen Militärs hier in unserer Stadt.

Wenige Monate nach jenem „einmaligen Ereignis“ welches aller bisherigen Kriegshistorie spottet, da unter perverser medialer Aufbereitung, vor unseren Augen der count down der Menschlichkeit herunter gezählt wurde. Der Gaza Krieg 2008/09

Transparenz ist notwendig um zu verstehen, wie es zu der Beschiessung von Israelischem Gebiet durch selbstgebaute Raketen gekommen ist. Anlässe, die Israel auch mit seinem Verhalten und seiner Besatzungs- und Diskriminierungspolitik selbst herbei geführt hat.

„… 43 Jahre Militärdiktatur über ein anderes Volk. Die sicherheitsmäßigen Argumente (Israels) erweisen sich als harmlos gegenüber dem Gegenargument: dass die Sicherheitslage sich von Vertreibung, der Beherrschung von Naturresourcen und den über die Lebenswelten fortwährend verhängten Restriktionen ableitet.“

Yitzhak Laor, israelischer Autor und Publizist in „Was die Israelis nicht wissen wollen“ in Haaretz 12.5.2010

Wer weiß, dass die Menschen in den besetzten Gebieten des Westjordanlandes bzw. der sog. palästinensischen Autonomiegebiete hierzulande als „Westbank“ bezeichnet für ihr Wasser doppelt soviel zahlen müssen wie illegal dort siedelnde radikale jüdische Siedler, die in luxuriösen Swimmingpools ihrer Siedlungsburgen baden und viermal mehr an Wasser verbrauchen. Quelle: B’tselem u.a.

Wer weiß, dass der Staat Israel in vielen Fällen der palästinensischen Bevölkerung dort regelrecht das Wasser abgräbt, fragt sich, unter welchem Aspekt der Dialog mit den israelischen Jugendlichen um die „Wasserproblemaktik Israels“ in Überlingen an der Bodenseewasserversorgung geführt wurde.

s.a. Südkurier vom 31.08.2010

Wer zudem weiß, dass Deutschland, hier der Überlinger Betrieb der Firma Diehl und Israel, gute Beziehungen im Rüstungsgeschäft pflegen und möglicher Weise gemeinsam entwickelte Waffen, also auch deutsche Waffen und Technik im militärischen Nahostkonflikt durch die Israelische Armee eingesetzt werden, dem müsste eigentlich ein Licht aufgehen. Weiß man das bisher nicht, oder beläßt man es beim unangenehm Ahnungsvollen?

Oder haben wir vergessen, dass der Schatten der jüngeren deutschen Geschichte im sogenannten Nahostfriedensprozess „behandelt“ wird und im Moment allerdings durch unser Schweigen noch größer zu werden scheint?

Was verschweigt diese Art des medial gelieferten „Dialoges“ einer Begegnung, der laut Buber gerade den Anderen, den „Fremden“ miteinbeziehen muss, hier also die unter israelischer unrechtmäßiger Besatzung leidende Bevölkerung, übermalt diesen vorgeblichen Dialog sogar und aus welchen Gründen?

„Die Befreiung liegt für uns nicht im Verdrängen, sondern in der Erinnerung, …. dabei dürfe nicht übersehen werden, dass auch heute in anderen Teilen der Welt die Kriege und Menschenrechtsverletzungen weitergingen und viele Opfer forderten.“

Max Mannheimer (Moshe Ben Jakov) | in der Süddeutschen Zeitung 02.05.2010

Welches Maß an Verdrängung aktueller Geschichte unter dem Aspekt des „Jüdischen“ und „Erinnerungsarbeit“ sind Politiker gewillt noch immer zu lancieren?

„Im Gegensatz zur rassistischen Exklusivität des politischen Zionismus war für den humanistischen Zionismus von Martin Buber ein gemeinsamer jüdisch-palästinensischer Staat das Ideal, weshalb er sich für die Rückkehr der Flüchtlinge engagierte. Heute gehen einige progressive Juden so weit, daß sie aus Protest ihr eigenes »ungewolltes« Rückkehrrecht nach Israel ablehnen. Im August 2002 veröffentlichten sie im britischen Guardian einen gemeinsamen Brief, in dem sie den Verzicht begründen: »Wir betrachten es als moralisch falsch, daß dieser rechtliche Anspruch uns gegeben sein sollte, während genau diejenigen, die das größte Recht auf eine echte ›Rückkehr‹ haben sollten, weil sie zur Flucht gezwungen oder terrorisiert waren, davon ausgeschlossen sind.“

Aus: AG Friedensforschung | Universität Kassel | „Das Rückkehrrecht der palästinensischen Flüchtlinge

Was Notwendig ist:

Freundschaftliche Verbundenheit zu Israel und den Palästinensern und klare Kritik, da wo es offensichtlich angezeigt ist.

Die Duldung von Menschenrechtsverletzungen, die Nicht Anerkennung von Uno Resolutionen und internationalem Recht hilft Israel nicht! Es schadet ihm bis hin zur Bedrohung seiner eigenen Existenz, entsprechender Weise in jenem Ausmasse wie Israel die Existenz der Palästinenser seit seiner Gründung bedroht.

Wenn 26 europäische „Elder Statesmen“, darunter unser ehemaliger Bundespräsident Richard von Weizsäcker, Altkanzler Helmut Schmidt, Javier Solana, Romano Prodi u.v.a. die Besatzungspolitik Israels scharf verurteilen und die Europäische Gemeinschaft zu Sanktionen aufrufen (im November 2010) sollte dies auch bis nach Überlingen am Bodensee durchgedrungen sein. Quelle:

Andernfalls könnten die „jüdischen Spuren in Überlingen“ zur Plattitüde verkommen. Ein fragwürdiges und hilfloses Ratespiel am Rande des Provinziellen mit irreführender Tendenz, jenseits der Zeit aktuellen Geschichte. Ein Melodram der Ängstlichkeit vor jenen Hightech Manager die sich in allgemeiner Landschaftspflege ergehen.

Warum hält manch einer auf einmal so viel vom „Jüdischen“ und „Israelischen“ in Überlingen. Zumindest das „Jüdische“ ein Abstraktum für jene die es holpernd in den Mund nehmen auf ihrem Schleichweg hin zur Ergötzung an Zion. Auf rein jüdischen Autobahnen der Okupationsinszenierung Israels vergessen Jene die sich im „heiligen Land“ wähnen, ihre Eintrittskarte zur Erinnerung an die Folgen ihrer eigenen einspurigen Gedächtnisarbeit. Oder wollen sie diese erst gar nicht lösen?

Was will man hier nicht sehen? Oder was sieht man nur ausschließlicher Weise und warum?

„Jüdische Geschichte in Überlingen“ als Nebelbombe zur Verschleierung der Rüstungsgeschäfte mit Israel? Die Besatzungsmacht in der Retouche am Bodensee zur Reinwaschnung alter Schuld? Ritualmord am Sohn der Erinnerung? Er hatte zwei Namen: „Nachdenken“ und „ungeteilte Erinnerung“. Der diese Losung vergisst, schafft neue Schuld.

Spekulation, verkehrte Welt, Fiktion oder alles halb so schlimm?

Die Antwort eines Israelis und Juden.

„Es wird zudem, nicht wenige jüdische Israelis geben, die auf eine geborgt – angeeignete „jüdische“ Identität von Deutschen mit einigem neuralgischen Argwohn reagieren dürften; man fühlt sich unangenehm berührt, wenn Deutsche übertrieben auf „Jüdisches“ abfahren. Assoziationen kommen auf.“

Prof. Moshe Zuckermann, israelischer Soziologe und Professor für Geschichte und Philosophie an der Universität Tel Aviv | Leitung des Institut für Deutsche Geschichte an der Universität Tel Aviv 2000-2005 in:“ Antisemit, ein Vorwurf als Herrschaftsinstrument“ S.158

Israels Politik betreffs der von ihm seit über 40 Jahren besetzten Gebiete, sein Narrativ des: „Uns als auserwähltes Volk Gottes gehört das gelobte Land“ vorbehaltlos zu unterstützen, spiegelt im Grunde jenen dunkelsten Teil unserer eigenen Geschichte, in dem das Ressentiment dem Anderen, dem Fremden gegenüber aufersteht wie ein Phönix aus seiner Asche. Denn der Andere hat noch nie zum „Auserwählten“ gepasst, er war mindestens Störfaktor.

Der typische Vorgang des xenophobischen, der das Andere und den Anderen entweder gerne so hätte, dass er/es sich ihm gleiche oder wenn nicht, dann eben diesen gerne los werden will.

So lange dies nicht der Fall ist erfolgt Leugnung der Fakten in anbiedernder Weise und Tabuisierung aktueller Geschichte.

>>> AUFRUF AN POLITIK & GESELLSCHAFT <<<

  • In diesem Zusammenhang fordern wir die Politik und alle Menschen auf eine offene Debatte zu führen über Israels Verhalten der palästinensischen Bevölkerung gegenüber, seiner über 40 jährigen widerrechtliche Besatzung und vor allem den rüstungsgeschäftlichen Beziehungen zu Deutschland, hier im Besondern Überlingen und die Bodenseeregion und Israel.
  • Ein Verschweigen dessen was sich heute im „heiligen Land“ abspielt und unsere uneingeschränkte Loyalität zu Israel, pervertiert jene Verantwortung die wir durch „unsere Täterschaft“ den Opfern damals und allen Opfern von Gewalt und Unrecht heute schuldig sind.
  • Handeln wir langfristig im eigentlichen Interesse aller Menschen in Palästina und Israel und deren Bedürfnis nach Frieden, unter Beachtung der allgemeinen unteilbaren Menschenrechte denen wir laut Grundgesetz verpflichtet sind, unter Beachtung der Erkenntnis von Zusammenhängen und deren Auswirkungen auf unsere Mitmenschen gleich wo diese sich befinden.
  • Es kann nicht in unserem Interesse liegen, vorbehaltlos jene Politik des israelischen Staates zu unterstützen die weiterhin ihre expansive Siedlungspolitik in den besetzten Gebieten aufrecht erhält.  Genau dadurch wird der Konflikt von Israel verschärft und perpetuiert und führt zu verständlichen Reaktionen seitens der Palästinenser welches zu einem „unkontrolliertem“ Krieg im nahen Osten führen kann. Wollen wir den?
  • Durch militärische Unterstützung dieser Politik im Rahmen der sog. „Sicherheitspartnerschaft“ kann Europa und insbesondere Deutschland ins Visier islamistischen Terrors geraten, der sich als Antwort auf jene Unterdrückung versteht und diesen für sich  instrumentalisiert. Lassen wir es nicht soweit kommen.
  • Deswegen ist eine einseitige Israelsolidarisierung kontraproduktiv gegenüber den Interessen israelischer Bürger, gegenüber den Palästinensern und Europa; dies gilt auch für die Veranstaltung von „jüdischen Kulturtagen“ wenn diese Israel und Judentum unter Ausschluss der Erwähnung und Diskussion der Apartheidpolitik, Israel in einer Weise zeichnen, welche sich vor dem Hintergrund der aktuellen Lage als oberflächliche und geschichtsklitternde Propaganda und exklusiver Euphemismus darstellt.
  • Diese Art von Solidarität übertüncht an Statt aufzuklären, sie spielt die Einen gegenüber den Anderen aus.
  • Denken wir daran, dass Terror aus der Idee der asymetrischen Kriegsführung, dem Partisanenkrieg entstanden ist und dieser wiederum meistens aus der berechtigten Wehrhaftigkeit von Zivilbevölkerung gegenüber Besatzungsmächten und Unterdrückern.
  • Wenn wir dieses heute nicht erkennen oder erkennen wollen und stattdessen durch unser Verhalten kritiklos Rüstungskooperationen und „Erfahrungsaustausch“ mit Israel in Überlingen am Bodensee wie auch woanders unterstützen, oder umgekehrt Politiker und Gesellschaft sich von den Betrieben vor Ort begünstigen lassen, machen wir uns mitschuldig an all den direkten und indirekten Folgen des Einsatzes von Waffen, machen uns gemein mit einer Doktrin, die unter dem Vorwand „Verteidigung“, Krieg das Geschäft der Rüstung, dorthin delegiert wo er nicht unmittelbar bedrohlich für uns scheint.
  • Dort ist Perpetuierung und Inszenierung von Konflikten scheinbar einfacher zu „managen“ und undurchschaubarer zu bewerkstelligen. Waffen brauchen Krieg. Das war schon immer so. Sagen wir „nein“ dazu.
  • Deswegen sollen ortsansässige Rüstungsbetriebe so lange angeprangert und boykottiert werden, bis diese ihre Unterstützung und Zusammenarbeit mit Israel aufkündigen.
  • Erst wenn Israel die widerrechtliche Besatzung und Abriegelung der palästinensischen Gebiete beendet, die Apartheitmauer niederreißt und alle Menschenrechte, Völkerrecht UNO Resolutionen und Genfer Konventionen einhält, soll über weitere Schritte entschieden werden.