Corona-Impfaktion: Menschliches, Bedenkliches

Wir erleben zurzeit die größte Impfaktion in der Medizingeschichte mit all ihren Hoffnungen, aber auch Fehlern, Widerständen und Ungereimtheiten.

Da hat man große Impfzentren eingerichtet, fachkundiges Personal requiriert, und dann bleibt das Serum aus. Das ist in etwa so, wie wenn man eine riesige Tankstelle baut, Autos stehen mit leeren Tanks in langen Schlangen vor den Zapfsäulen; aber es fehlt der Kraftstoff. Oder man sitzt an einer festlich gedeckten Tafel. Der Magen knurrt. Der Kellner kommt und sagt, der Koch warte vergeblich auf die Lebensmittellieferungen…

Zwar tauchen vereinzelt die ersten Chargen des raren Serum auf. Aber wie verteilt man diese in Zeiten von Mangelmedizin? 

Die hohe Politik hat einen Konsens gefunden, nämlich dass die priorisierte Impfberechtigung vom Lebensalter abhängen soll. Die Hochbetagten, die auf der Wolken umhangenen Spitze der Alterspyramide der Himmelfahrt harren, sind als Pioniere erkoren, sich gegen Covid-19 impfen lassen zu dürfen. Sind diese versorgt geht es jeweils eine Etage tiefer. Es findet also eine Art „count down“ statt, und das kann dauern. In der aktuellen Corona-Notzeit beleben Schlagzeilen die Öde des Lock down:

Bundesweite Fahndung nach 100-Jährigen, die sich der Corona-Impfung entziehen wollen. Eine Ortung der flüchtigen greisen Versuchskaninchen über die Handy Funkzellen scheiterte bislang, weil die meisten der Hochbetagten über dieses Utensil nicht verfügen. Unglaublich! Social Absence!

Ein Leben ohne Smart-Phone ist zwar möglich aber sinnlos!

Das um Amtshilfe gebetene BKA (Bundeskriminalamt) hat all seine Ressourcen aktiviert, um die Gesuchten ihrer gerechten Straf…äh…Impfung zuzuführen. Bisher alles vergeblich! Besonders rätselhaft erscheint es, wie es der nächst älteren Generation, den 110-Jährigen gelungen ist, völlig von der Bildfläche zu verschwinden und sich damit dem Zugriff der paternalistischen Impf-Obrigkeit zu entziehen. Welch senile Heimtücke!

In diesem Zusammenhang wird eindringlich vor dem Besuch von Friedhöfen gewarnt, da diese als Corona-Superspreader gelten. Vielleicht haben sich ja dort die Gesuchten verborgen. Eine Spezialeinheit in Schutzkleidung ergründet zurzeit heldenhaft alle Grüfte. Eile ist geboten. Denn das Verfallsdatum von Mensch und Serum läuft bald ab.

Manche hoffen, dass diese undankbaren Methusaleme nicht gefunden werden, weil dann der rare Impfstoff ihnen als Nächste auf der Liste zustünde. Ja, es soll sogar vorgekommen sein, dass sich besonders dreiste Personen als 100-Jährige ausgegeben haben, in dem sie den entsprechenden Habitus vortäuschten mittels der Schminke holder Trug und brüchiger Stimme, den greisenhaften Kriech- und Schleppgang simulierend.

Mittlerweile werben im Darknet finstere Unternehmen mit Lehrgängen:

Wie simuliere ich erfolgreich einen 100-Jährigen? Es werden sogar pre-aging Behandlungen angeboten nach dem dreisten Motto: „Ganz bequem zum Methusalem! Ihre Bekannten, Freunde werden Sie für Ihre/n eigene/n Großvater/Großmutter halten. Geld-zurück-Garantie, auch für die Erben“. 

Ob die Prozedur reversibel ist oder wie im Fall der Tätowierung irreversibel, ist noch nicht bekannt. Bedenklich ist jedenfalls, dass diese Pre-Aging-Spezialisten fachkundig in der Einbalsamierungstechnik sein sollen. Bestätig wird das durch die Tatsache, dass ein investigativer Reporter sich als Kunde in diese neue Sparte eingeschlichen hatte und dann eines Tage als Mumie wieder auftauchte, allerdings mit noch restlich vitalen Reaktionen. Nur an Hand einer Gen-Analyse konnte man seine Identität feststellen. Immerhin hat diese Behandlungsmethode einen unerwarteten Nebeneffekt: Nach Absolvierung dieser „Kur“ benötigen die Kunden keine Corona-Impfung mehr. 

Denn an einen solchen Kadaver wagt sich kein Covid-19-Virus heran. Vielleicht ist das die Lösung der Pandemie, frei nach Josef Stalin: 

„Das Leben ist das Problem. Kein Leben, kein Problem!“

Mit anderen Worten, streng logisch gedacht: Was du retten willst, das gebe opfernd preis. 

Denn darin besteht der Sinn der Rettung!

Nicht einmal ein Querdenker kann diesen verqueren Satz verstehen. Wer seine menschliche Existenz retten will, der soll sie opfernd aufgeben, um sich zu retten? Ja „wen“ denn? Wer ist dieses „sich“?

Die Wahrheit ist: Das Leben ist und bleibt ein Rätsel und damit das irdische menschliche Sein, das sich nicht in physikalisch-biochemischen Prozessen erschöpft. Dieses Geheimnis müssen die Menschen ergründen und immer wieder neu im Denken, Fühlen und Wollen erleben. Wer das Rätsel (Problem) von sich weist, verneint das Leben und damit sich selbst als Mensch. Er mutiert zu einer menschlichen Attrappe, einem seelenlosen humanoiden Automaten untersinnlicher Natur, bar jeglicher Autonomie und Individualität. Dieses entmenschte Wesen mit seinem erstickten Ich kennt weder Freud noch Leid; es führt ein bequemes, sorgloses Leben nach der Vorgabe finsterer Mächte in einer Gegenwelt zum wahren Menschenreich.

Und wer sind diese verführerischen dunklen Mächte? 

Wir erkennen sie in ihrer Wirkung, in unserer Schlafmützigkeit, Bequemlichkeit, Denkfaulheit, Geiz, Neid, Narzissmus und materialistischer Gesinnung. Mit stets geübter Wachsamkeit und Selbsterkenntnis wahren wir unser Menschsein und damit die Herrschaft über unser Leben.