Braun zu Grün… von der Offenkundigkeit der Farbenlehre…

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Beitragsbild: Einschulung 20.8.2020

Vorwort:
Dr. Helmut Katz, Mecklenburg Vorpommern

Dort wo „das Gerede, das Nachreden und die Geworfenheit“ (Heidegger) eine gewisse Dauer erreicht, geht es von daher wie von selbst in einen Zustand der Offenkundigkeit über.

Wenn Alle über Etwas reden erreicht das Unbestimmte einen Wahrheitstitel. Ob es tatsächlich sich ereignet hat ist überhaupt nicht von Bedeutung da das Ereignis am Ende jener Zustand ist, der quasi herbeigeredet wurde. Und das ist nun einmal wahr, weil Alle irgendwie davon plaudern. Wirklichkeit ist demnach was wirkt und nicht was wahr ist. Wobei wahr ist, was wirkt. So ähnlich jedenfalls nach C.G. Jung, der den Tiefenschichten des Bewusstseins eher Realitätscharakter beimiss als allen offensichtlich erörterten Zuständen tagheller Betrachtung. In sog. „Corona Zeiten“ ist es obsolet sich zu fragen, ob es Corona überhaupt gäbe oder nicht. Wahr ist schließlich, dass Alle darüber reden und insofern die Sache in der Welt, also wirklich ist. Weiteres überläßt man schließlich der Wissenschaft die seit je her ihr Unwesen in den Feldern des Unbestimmten trieb.

So verhält es sich auch mit dem Forschungsgegenstand unseres Gastautors, der weniger von sich aus ein Interesse hätte weiter zu existieren, als dass er vielmehr von der Welt der Nachgeborenheit aus Gründen einer schwer verständlichen Erinnerungskultur zum permanenten Untoten inszeniert wird. Man ahnt es. Ja, es ist schon wieder Adolf…. Dieses mal anhand einer Farbe die sich anscheinend wie Ideefix hartnäckig weigert die Seiten zu wechseln. Meint, den Römern hinter her zu rennen. Stattdessen bellt der Köter schier ohne Ende bis ein permanentes Echo aus dem Raum einer Geschichtsversessenheit empor tönt. Braun will einfach nicht Multikulti werden. Oder doch…. ?!? Jedenfalls wähnten einige Grüne in Braunau (dem Geburtsort des Berufsmonsters), das Städtchen am Inn vor lauter Peinlichkeit dieses schließlich in „Grünau“ umzufärben. Es war schon immer die Tarnsprache ein Instrument linkischer Verworfenheit, die allerdings rechtem Handeln unterstellt wurde. Mit den Sphären von James Bond und co. ließ sich das Publikum schon immer und gerne einfangen…

Wann also wird aus Braunau, dem Geburtsort „unseres“ Führers schließlich Grünau, die Hofburg der „grünen Khmer“?!?


Gastbeitrag via heurein:


Hitler ist bekanntlich am 20. April 1889 in dem kleinen, heute 17.000 Seelen umfassenden Städtchen Braunau am Inn geboren. Wer das nicht wußte, dem wurde es in den letzten Jahren durch die Medien eingebläut; und immer ging es um die Frage, was soll mit seinem Geburtshaus geschehen? Nichts? Das hieße Deaktivierung der Hitleritis und somit das Ende der Menschheit. Abreißen? Geht nicht, weil es unter Denkmalschutz steht. Neugestalten? Das wäre eine Leugnung der Vergangenheit. Und was soll geschehen mit dem kniehohen Gedenkstein vor dem Haus mit der Aufschrift: „Für Frieden, Freiheit und Demokratie. Nie wieder Faschismus, Millionen Tote mahnen“? Nachsichtig liegen lassen oder im Wiener „Haus der Geschichte“ entsorgen?

Bei normal gebliebenen Menschen (ohne Pawlow’schen Reflex) stellen sich diese Fragen nicht. Handelt es sich um einen berühmten Sohn der Stadt, wird ihm ein Denkmal gebaut und ein Museum eingerichtet; oder der Tote wird zusätzlich in einem Mausoleum aufgebahrt; letzteres ist eine Frage der Summe der Toten, die dem Dahingeschiedenen angelastet werden, wie uns die Beispiele Napoleon, Mao Tse tung, Stalin oder Pol Pot zeigen. Bei Hitler ist das etwas ganz anderes. Einerseits soll er der Vergessenheit anheimfallen, damit nicht noch mehr politisch Interessierte den unverfälschten Führer und Reichskanzler Adolf Hitler ergründen, andererseits muß er wegen der florierenden Holocaust-Industrie (Norman G. Finkelstein) täglich präsent und abrufbereit sein. Ein unlösbares Problem. 

Daß die Braunauer Bevölkerung sich uneins ist, macht die Sache nicht leichter; aber einig sind sich alle darin, daß der Kampf „gegen den Faschismus“ (sie meinen Nationalsozialismus) weitergehen muß. Oder wenigstens fast alle. Aber die Schweigenden zählen nicht und sind anonym, denn wer wollte schon im Inn ersäuft werden! Hubert Esterbauer von der FPÖ, Zweiter Bürgermeister, versichert: „ich habe mich mit der Geschichte auseinandergesetzt, habe alles über das Dritte Reich gelernt.“ Das heißt in etwa: Dann bin ich auch geeignet für das Amt des Ersten Bürgermeisters. Manfred Hackl, ein Grüner, ist da bescheidener. Er verrät, wie er auf keinen Fall mit Hitler verwechselt werden will. Wenn er im Ausland gefragt werde, woher er komme, antworte er immer: „Aus der Nähe von Salzburg“. Salzburg liegt 60 Kilometer von Braunau entfernt. 

Die Regierung in Wien trägt sich mit dem Gedanken, das Haus zu „neutralisieren“, womit sie die Unterbringung einer Polizeistation in dem Gebäude meint, in der Gewißheit: „D‘ Läit wissn jo ehh, wea da Hitla woa, und d‘ Polizäi woar jo scho imma a Garaant da Demokratiie. Oisdonn, gemma, gemma!“ 

Dem widerspricht energisch Elisabeth Wimmer, 64 Jahre alt, die Polizei sei keineswegs immer ein Garant für Demokratie gewesen. Vielleicht denkt sie dabei an Yaghoobifarah’s Worte, daß die Polizei auf die Müllhalde und nicht in Hitlers Geburtshaus gehöre? Martin Simböck pflichtet ihr bei, man müsse sich der Vergangenheit stellen, weil sich „Geschichtslosigkeit rächt.“ Wie er in einem Leserbrief verriet, habe er die Probe aufs Exempel gemacht: „Wenn man sich die Augen zuhält, ist das Haus trotzdem da!“ Die beiden üben sich brav in Braunaus kuscheligem Vergangenheitsschmäh. Jedes Jahr am 8. Mai tritt man im „Demokratischer Chor“ Braunau auf und singt bei der „Gedenkstunde zur Befreiung von der Nazi-Diktatur“ drollige „Arbeiter- und antifaschistische Lieder“.

Gar viele Ideen wurden im Stadtrat von Braunau schon eingebracht. Ein kreativer Parteigenosse des oben genannten Manfred Hackl von den Grünen beantragte, die Stadt einfach umzubenennen, der Name Braunau sei ja die reinste Werbung für die Nazis. Wie denn der neue Namen heißen solle? „Grünau“!, war der einstimmige Vorschlag der Grünen-Fraktion. 

Der Schrecken vom 20. April 1979, als damals zum 90. Geburtstag des Führers 500 Studenten aufmarschiert waren und der Nazi-Umsturz um ein Haar gelungen wäre, sitzt den Braunauer Austriaken noch immer in den Knochen. Rückblickend auf dieses Ereignis griff ein Stadtrat die Absicht der Wiener Regierung einer Neutralisierung auf und meinte, diese Idee sei gar nicht so übel, weil jeder Umsturzversuch von den im Gebäude lauernden Polizeikräften sofort zunichte gemacht werden könne. Ein weiterer Stadtrat wandte ein, man könne sich auf die Loyalität der Polizei nicht mehr verlassen, weil sie schon von Rassisten durchsetzt sei; daher sei es sinnvoller, in das Gebäude eine Antifa-Schlägertruppe einzuquartieren. Auf die ist immer Verlaß, und außerdem wäre das ein klares Zeichen gegen Rechts!

Sogar der Stadtpfarrer von Braunau, Absolvent des Großen Latinum und Verehrer von Cato dem Älteren, beginnt jede seiner Predigten in der Pfarrkirche mit dem geheimnisvollen Satz: „Aedificium diaboli est delenda!“, was das halbe Dutzend der anwesenden Weiblein für einen Segensspruch hält und mit einem andächtigen „Amen!“ bekräftigt.

Auch wir wollen das turbulente Kapitel von Braunau schließen und mit einem lachenden und einem weinenden Auge die nicht zu leugnende Gewißheit zur Kenntnis nehmen, daß die Österreicher unverkennbar Deutsche sind…




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