„Eingemachter Mann“

… eine Spezialität der Hausfrau…
Man nehme ein möglichst zartes Männchen,

nicht zu senil, auch nicht zu viril,
denn dann wäre es zäh viel zu viel,
gebe ihm Saures, also Essig im Kännchen,
koche ein im Einweckglas das Männchen.
Das Finish vor dem Servieren braucht Zeit.
Das Männlein wird aus dem Glase befreit;
reibe es tüchtig ab, und klopfe es kräftig durch
dass es richtig mürbe wird durch und durch,
dann eingepökelt und aufgehängt ganz kundig
unterm Dach übers Jahr wird das Maskuline mundig.
Kommt eines Tages ein gemachter Mann
zu Besuch ins traute Heim ganz fein,
zeigt die holde Frau, was sie alles kann,
holt das haltbar gemachte Männlein 
vom luftigen Speicher mit Gesang
und freut sich auf den neuen Fang,
den Gast, noch ein gemachter Mann.
So genießen sie gemeinsam die Lende,
das zarte Männlein, sein kulinarisches Ende,
die Spezialität des Hauses mit Lust
und singen gesättigt aus voller Brust
im Heldentenor und Diva Sopran:

„Es lebe der ´Eingemachte Mann´!“

Ein leeres Einmachglas steht schon bereit.
Bald ist der nächste Gatte gefreit.
Weil wer sich mag, darf es wagen.
Denn Liebe geht durch den Magen.