Es wispert und strauchelt, räkelt und fauchelt, speiet und fuchtelt, ätzet im Busch…dadadatadada
Zu einer um 1300 Jahre nach vorne verschobenen Orakelversprecherei. Zur Finissage, esp. Vinissage, von Rolls Rolf Langhans in der Gunzoburg mid Iburinga…. Vini vidi vici
-Die Sprache ist das Haus des Seins-
Martin Heidegger
In German, a young lady [das Mädchen] has no sex, but a turnip [die Rübe] has.
Mark Twain
„Nichts ist verhüllt, was nicht enthüllt wird; und nichts ist verborgen, was nicht bekannt wird“. […] “ Was ich euch im Dunkeln sage, davon redet am hellen Tag, und was man euch ins Ohr flüstert, das verkündet von den Dächern….“
Aus der Predigt des Kloster Habsthal
12. Sonntag im Jk A – 25.06.2023/ Evangelium nach Matthäus 10,26-33
Die Sprache ist äußeres Denken, das Denken innere Sprache.
Antoine de Rivarol
Auch ein Mensch, der zwanzig Sprachen beherrscht, gebraucht seine Muttersprache, wenn er sich in den Finger schneidet.
Jean-Paul Belmondo
Wer DADA sagt muß mit ATA rechnen.
Es begab sich aber zu der Zeit wo alle Welt geschwätzig wurde, die Flatterbänder wieder eingerollt waren und der Abort leergefegt von der zwischenzeitlich dort deponierten Anlage zur Desinfektion im Restlichtflackern versammelter Gehirne. Nichts erinnerte mehr an die Abstandshalter zwischen den Brüsten und jene Predigten, in der das Individuum als solches zur schützenswerten Zucht einer alles umwaltenden Humanitas erkorenen wurde. Frei nach dem Motto: – Wer sich, vor sich selber schützt (sich also bekloppt), schützt Andere (bekloppt folglich diese ebenso).
Die Sprache, so wissen wir heute, zog vor nicht all zu langer Zeit aus der gemeinsamen WG mit dem SEIN aus, in die Weite wüstester Quellvergiftungen, in die Latrinen der Seinsvergessenheit, die sich als Allheilmittel jedweder Verstimmung, noch in den abgelegendsten Windungen der oberen Innereien, von da in den anus mundi rückergoss. Os, der Mund verhilft dem Narkotikum verdämmernden Denkens zu allerlei Auswürfen, Dung und zu einem nutzlos weggeworfenem Arsenal bedürftiger Wortglaubereien.
All zu frei wurde das Gebabbel, ortlos, bezugslos dem Beliebigen anheimfallend, schließlich kann man heute auch sein Geschlecht „frei“ wählen.
So tönte es also später ähnlich aus dem off, während die Geweihe anwesender Platzhirsche vor der Lehm Wand glimmten und der stattliche Zig Ender ob goldigem Helm das Gestell grüßte. Der uralte Raum lies sichs gefallen und in der Kemenate sprenkelte eine Kapelle aus Einhorn und Krumklang ihr zirpendes Geäst in das quadradiert versammelte Halbrund von Burgrfräuleins und sonstigen Zerknirschten.
Schon vor 2500 Jahren war klar:
Wer zum Orakel zieht, will eigentlich woanders sein. Wer wissen will was kommt, mag meistens nicht was ist. So lockt die Wahrsagerei meist jene, denen der Zuspruch zu ihrem DaSein in der Kehre zum Gestell, unter maximaler Anwendung klandestiner Machenschaften vollkommen verlustig ging. Gar Achternbusch der sich gerade in eine Art Armengrab bei München zerstreut (so zeigen neueste Ermittlungen), wurde als Marotte in den Raum der gefühlt gaffenden Münder diffundiert in einer Art Anrufung des Weißbiers. So mäanderte der heilige Herbert im Busch flux wie ein Schattenlicht durch die wissentliche Unwissenheit der aufhörenden Zuhörer und verbiss sich an mancher Stelle in eine hängende Unterlippe.
Streng mied der Adept auf höhere Weihen die Bezugnahme zur ordinären Welt der Spaltpilze und der Erwartung auf Spektakuläres wurde der Boden entzogen. Die Jünger fanden sich prompt in einem allumfassenden flow eines poststrukturalistischen Freiherr frei von Kunst, in dem das „Offen sein“ zur Verschlusssache transperpetualer Vermächtnisse mutierte.
Wer Glauben suchte, fand sich in unglaublichem Staunen vor dem Vorhang, der noch den Kühlschrank dahinter zur Atrappe eines höheren Sinndurchsatzes verklärte. Und dann tönte das Rohr, es wurde eingeblasen, der Einspruch erfolgte ohne Ehren und das verschmälerte Schall Organ eines lakierten Agitpropspektakels mutierte zum Hörohr einer camouflierten flambeuse. Es wurde gezündelt und keiner sah das Flämmchen.
Eine gehobene Sprache des Verschweigens brach sich Bann durch die Stille w-ort-loser Zwischenräume des gunzoistischen Restlichtflackerns. Das Turnier zog scheinbar vor Beginn schon hinweg in die Abwegigkeit beständiger Wortkannonaden einer postorphischen Codiermaschine.
Dass ein Spektakel des Unsinns (oder auch der einer luziden Plauderei in Dadaesker Manier) leicht sein Gegenteil in sich birgt scheint nicht immer Offenkundig. Wollte man die einzelnen Spezies von purzelnden Sprechakten denn auf ihren objektiven Gehalt hin abkloppen, kämen vermutlich Betonsargähnliche Gebilde wie die eines Grossdenkmals dabei heraus. Nichts ersichtliches eben aber in voller Bandbreite. Meint: Die Offenbarung des nicht Vorhandenen, konturlose Unbestimmtheit mit viel Trara.
Wie aber wären solche Akte eines transverbalen Untermietverhältnisses in die Seinsgepflogenheit einer NiessbrauchsrechtsverW-Ortung unkender Laute zu übersetzen?
Wir müssen um-denken.
Die Sprache ist das Haus des W-eins.
Die Sprache der Engel ist mindestens genährt vom Ambrosia, jenem vergorenem Mischmasch irdischer Erinnerung, die sich ihrer Trübsal entziehend in den höheren Most und geschliffenem Esperanto anwesender Connaisseurs verwandelt.
Die Wahrsagerei muß zwangsläufig die Kunst des Lügens kultivieren, da ihr sonst ihr Wertvollstes im allgemeinen Gebrabbel des Für und Wider des Wahren verloren zu gehen droht. Also verschweigt sie ihr Kapital im wortreichen Erguss blendender Geschwätzigkeit.
Da wir in einer Zeit leben in der offenkundiger als sonst, die Lüge im Kleid des Wahren und Einzigen auftritt, wird das obskure Geschäft der Wortestammler zum Drahtseilakt über den Abgründen einer Schlucht mit dem Namen. ERWISCHT. Wer dort heute hineinfällt, landet mit seinem socialwordingcredit flux in der Schuldenfalle der all über all lauernden Dolchstößler. Die hinterrücks agierende Zunft der Abwürger und madig Macher.
Wer heute Wahres vorgibt, lügt garantiert und wer sich seines Lügens schämt hat guten Grund anzunehmen auf der Umlaufbahn wahrer Ereignisse zu kreisen. Wir wurden also Zeuge einer Veranstaltung die in Wahrheit [sic!!] ganz woanders stattfand, ebenso anderes verkündete als sie es scheinbar tat und deren Sprachrohr in Personam Roll Rolf Langhans in kurzweiliger Manier das Thema seiner Einblasversuche konsequent verschwieg. Was aber war dieses?
Schließlich sind auch geheimdienstliche Turnereien von jener Art (wir berichteten), die sich erst dann entblösen, wenn der Patient sich selbst darnieder kämpfend im Bett fremder Tatsachen wiederfindet. In der Annahme, er hätte diese selbst veranlaßt. So ist diese Selbsttäuschung nicht unähnlich jener Kunst der Vorgaukler, die diese Jenen überlassen, die es zu überzeugen gilt, indem ihre Suche nach Wahrem nur kurz an den Lippen des Sprachrohrs zu kleben beginnt, dort aber auf keinen Fall länger hängen bleiben soll. Dieser Verführer möchte seine Gefolgsleute in ihre eigene Wüste schicken wo sie mit ihrem ureigenen Teufel zu einem heilsamen Händel kommen sollen.
Wir werden also durch eine massive Schlacht der Dauerbelügung im öffentlichen Raum zu Wahrheitsaposteln der besonderen Art. Denn wer dort lange genug der Lüge Vorrang einräumt, findet sich unverhofft im Strahleglanz reziproker Wahrheitsverhältnisse wieder.
Diesen Vorgang einzuüben, dies ist die eigentliche Aufgabe des Künstlers, der sich der Kunst nur noch als Tarnklamotte betätigt, um über den verborgenen Aspekt des nicht Dargestellten und nicht Gesagten die Bluthirnschranke in ein Paradies durchlässiger Erkenntis zu verwandeln.
Dieser wurden die Anwesenden mehr oder weniger bewußt durch die Agitation von Roll Rolls Langhans ansichtig. Wir hoffen auf weitere Ergüsse sprachlicher Eingebungen, dem Pfingst Gestammel der Lügner, auf dass wir Wahrheiten ansichtig werden können.
Das Gunzoburg Ohrrakel war der Anfang untergründigen Wahrsprechens im Plätterteig unverständlichen Sachverstandes.