Literaturbesprechung

Aus: Leben und Ansichten von Tristram Shandy

Kapitel 2. LVI.

In einer winterlichen Nacht wärmte sich Franz I. von Frankreich an der Glut eines Holzfeuers und sprach mit seinem Ersten Minister über verschiedene Dinge, die das Wohl des Staates fördern sollten (siehe Menagiana, Bd. I.)

Es wäre nicht fehlgeleitet, sagte der König, als er die Glut mit seinem Stock anschürte, wenn dieses gute Einverständnis zwischen uns und der Schweiz ein wenig bestärkt würde.

Es hat keinen Zweck, Eure Majestät, gab der Minister zurück, diesen Leuten Geld zu geben – sie würden sich die ganze Schatzkammer Frankreichs einverleiben.

Pah! Pah! antwortete der König – es gibt mehr Wege, Monsieur le Premier, Staaten zu bestechen, als ihnen Geld zu geben – Ich lasse der Schweiz die Ehre zukommen, Patenonkel meines nächsten Kindes zu werden.

Alle Grammatiker Europas würden Euch auf die Pelle rücken, Eure Majestät; – da die Schweiz als Republik weiblich ist, kann sie auf keine Weise Patenonkel werden.

Dann kann sie Patentante werden, antwortete Franz eilig – also, bitte, geben Sie gleich morgen früh meine Absicht bekannt.

Ich bin erstaunt, sagte Franz I. (zwei Wochen später) zu seinem Minister, als dieser das Kabinett betrat, dass wir noch keine Antwort von der Schweiz haben.

Eure Majestät, ich erwarte Euch genau in diesem Augenblick, sagte M. le Premier, um Euch Bericht zu erstatten.

Sie fassen es freundlich auf, sagte der König.

In der Tat, Eure Majestät, sie empfinden den höchsten Sinn Eurer Ehrung – aber als Patentante pocht die Republik auf ihr Recht, das in diesem Fall darin liegt, über den Taufnamen des Kindes zu entscheiden.

Vernünftigerweise, sprach der König – wird sie es Franz oder Heinrich oder Ludwig taufen oder einen anderen Namen wählen, von dem sie weiß, dass er uns zusagt.

Eure Majestät täuschen sich – ich habe diese Stunde eine Depesche von unserem Gesandten mit der Zustimmung der Republik in dieser Sache erhalten.

Und welchen Namen hat die Republik für den Dauphin erkoren?

Schadrach, Meschach und Abed-Nego, sagte der Minister.

Beim Petersgürtel, ich will nichts mit den Schweizern zu tun haben, schrie Franz I., indem er seine Hose hinaufzog und hastig über den Boden lief.

Eure Majestät können es nicht mehr rückgängig machen, antwortete der Minister ruhig.

Wir zahlen ihnen Geld – sagte der König.

Eure Majestät, es gibt keine sechzig tausend Kronen in der Schatzkammer.

Ich verpfände das beste Juwel in meiner Krone, sprach Franz I.

Eure Majestät haben sich in diese Richtung bereits verpfändet, antwortete Monsieur le Premier.

Dann, M. le Premier, sagte der König, erklären wir ihnen den Krieg!

(Übersetzt von E. Siddal)