Raub der Gemütlichkeit

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Was dem Münchner sein Biergarten ist dem Überlinger seine Promenade. Wie Verwaltung, Presse und Gemeinderat in Überlingen am Bodensee, den Bürgern ihre letzte Bastion der Lebenslust und Selbstkompetenz rauben. Über den kollektiv verordneten psychosozialen Selbstmord in Zeiten einer inszenierten Krise. Glosse, Lokalspitze
Titelbild: „Eingang LGS“ Stadtpark

Beitrag von: Hubert Bergmann


Gemütlichkeit: 1
Gefühl der Geborgenheit, Vertrautheit und Sicherheit, Herzlichkeit, Behaglichkeit, Zufriedenheit, Heiterkeit…


Heiterkeit ist immer das Anzeichen von Freiheit 2
Friedrich Georg Jünger, Schriftsteller, Philosoph
über 36 Jahre Bewohner der Promenade am Landungsplatz


Zeit aber die sich maskiert wird mangels Daseinskraft und Gestaltungsschwäche zur Unzeit. Sie kann nicht in Dauer verweilen. Auf beständiger Flucht unfrei geworden, will sie unerkannt bleiben und schweigend verschwinden. Maskierte Zeit ist ungelebtes Leben, ist Tod. Enthüllen wir also die Zeit…3



Wir erinnern uns noch an die einsam verendete Ente an der Promenade zu Zeiten der „Vogelgrippe“.4 Dort wo einmal das „La Vita“ war. Ironie des Schicksal: Der Tod kommt mitten im Leben. Ob man den Schnattermann medienwirksam dort hin drapiert hatte, oder das Tier tatsächlich an der Stelle zu Grunde ging? Der eher „s’brennt“- erprobte Überlinger Feuerwehrmann fand sich immerhin in einem sadomaso ähnlichen Gummianzug ein, um eine angeblich hochgefährliche Pest vor laufenden Kameras zu bekämpfen. Er versprühte promenadenweit ein unbekanntes Gebräu, dass wahrscheinlich gefährlicher war als der verschrumpelte Tierkadaver aus der Familie Anatidae selbst.

The show must go on in Entenhausen…. So auch dieses Mal…

Jedenfalls war die damalige Inszenierung ein Menetekel für das, was uns heute blüht. Nämlich gar nichts mehr. Oder doch, …. nämlich:

Die totale Dekontami-NATION 5

Die komplette Seelinie Überlingens, von der Silvesterkapelle kommend, bis hin zum Mantelhafen (mithin über 2 km) ist seit mehreren Wochenenden gesperrt. An die Abschnitte der wegen dem unsichtbaren Feind abgesagten Landesgartenschau kommt aus Gründen der Einzäunung ein Normalsterblicher so wieso schon lange nicht mehr heran. Der Virus muß also vor seiner Zeit dort drinnen schon auf seine Opfer gelauert haben, wo inzwischen Gras über jene verhinderte Show wächst, die den See ein- also den Bürger auf Dauer ausschließt. Man hat die natürliche Natur erst denaturiert, mit einem modernen Ghetto überplant, um als neues Produkt mit dem gegenüber liegenden Höhlengelände eines ehemaligen Arbeitslagers in Konkurrenz zu wetteifern.

Zaun, Sichtschutzwall und Einlasskontrolle. Besonders weit gelegen von seinem großen Bruder dem Rüstungsarbeitsbunker von ehedem, ist die Lage offenbar nicht. Und das nicht nur der Entfernung nach. Wo damals den Schicksalsgeworfenen wirklich Zwang angetan wurde, könnte spekuliert werden ob sich eine Bürgerschaft verführt von BGM Zeitler heute freiwillig nicht nur ein- sondern auch aussperren läßt. Ein Novum in der Zwangsgeschichte von Provinz Potentaten und sicher ein studierfähiges Fach für künftige Generationen von Psychohistorikern.

Eingangsbereiche der LGS, Zäune, Wall

Der Überlinger und seine ihm Wohlstand bringenden Gäste wurden inzwischen aber zu einer Art Ghetto Affen degradiert, die an diversen Gattern erfolglos rütteln, welche ihnen den Weg zu ihrer kleinen Freiheit versperren. Den See. Jahrhundertelang war dies der Ort zu Handel und Wandel, zu Wohlstand und Wassertreten, zu Gespräch und Trunk, zu Idee und auch Tiefsinn. Jetzt liegt diese Örtlichkeit sterbend danieder. Im Trübsinn. Sogar die Schwedenprozession, die man sich immerhin noch aufgeplustert mit Maskenträger und gebührendem Abstand vorstellen könnte, findet dieses Jahr lt. Südgeschmier „nicht öffentlich im Münster“ statt!!! Das sich selbst zensierende Blatt gefällt sich darinnen zu säuseln; „Das innere Lächeln zählt,… maskiert zum Einkaufen in der Kleinstadt Überlingen“ und benutzt damit eine gängige Sentenz die Asien in toto beschreibt, um den Menschen hier Schwachsinn zu suggerieren. Sollen wir uns bald auch noch Schlitzaugen an die Stirn malen!?!

Dass sich nämlich hinter besagtem „innerem Lächeln“ seit Alters neben der Anmut vor allem ausgebuffte Weise und Wahrheitssucher, Dichter und Denker, vor der Knute der Obrigkeiten weg duckten, verschweigt das Amtsblatt tunlichst. In ÜB 2020 soll das unsichtbare Lächeln ohne (Nach) Denken und Erkenntnis übrig bleiben. Fertig ist der neue „homo asiaticus europaeensis“. Eine wahrhaft triste Angelegenheit inneren Verkümmerns. Das krampfhaft erzeugte Lächeln hinter dem Maulkorb, mutiert klammheimlich zum betretenen Auslachen seiner selbst. Hofiert und gefördert vom Provinzblatt, das den Menschen diese Prozedur einbläst. Immer locker down also….

Der PrommeGorilla

Dass das Promenadenfest ins Wasser fallen würde, dämmerte den Bratwurstbratern und Hektoliterzählern schon. So harrt statt dessen ein Haufen Tapferer vor BGM Zeitlers Gitterstäben aus und hat tatsächlich den Promme Gorilla entdeckt, der aus einem Stuttgarter Zoo das Weite suchte und jetzt von innerhalb der Umgitterung, also vom ausgeschlossenen Seeufer her, die ratlos Staunenden von außerhalb der Umzäunung, also auf dem Landungsplatz, anglotzt. Aff und Mensch, Mensch als Aff. Dazwischen des BGM Absperrung; kurz ZET genannt. Und während die Briten angeblich einen Impfstoff erfolgreich an Affen getestet haben wollen, treibt sich der Prommegorilla als Inbegriff zukünftiger Menschheit bereits an Überlingens schönster Seite herum. Das Publikum jenseits des Zauns glotzt in seine Zukunft. Der Aff auf der anderen Seite in seine Vergangenheit. Diese Erkenntnis bringt uns der zwischen den Adepten von Jetzt und Dann verlaufende ZET.

Zeitlers Ermächtigungs Traum

Der ZET
wahlweise auch: SEZZ
Selbst Ermächtigungs Zaun Zeitlers

Einer spricht es aus:
„So wie zu Zeiten der DDR von der Politik die sozialistische Menschengemeinschaft propagiert wurde, wird heute die gesellschaftliche Pflicht zur Rettung vor dem Tod propagiert.“ (Theatermacher Frank Castorf)

Einem Tod der laut dem Hamburger Rechtsmediziner Püschel gar nicht stattfindet. Nämlich das Ende DURCH Corona. Der gestandene Leibaufschneider erklärt den Virus als allerletzten Klopfer eines vorwiegend schwer kranken und ziemlich alten Publikums. Aber nicht als ursächlich für Bruder Heins Besuch an der späten Türe. So hat man uns klammheimlich zum pawloschen Hund konditioniert, dessen Denk-Lefzen schon sabbern wenn wir nur Corona hören. Der Rest besteht aus dem medialen Einheitsbrei und einem Fraß der inzwischen „Amtsfrolic“ genannt wird. Das „Versprechen“ nämlich, dass es nur besser werden kann, wenn wir inzwischen mit Maulkorb zwangsausgestattet genügend Abstand halten zum „Nebenhund“. Aber auch der Maulkorb hilft uns jetzt nicht mehr an den See zu kommen. Ein Überlinger Polizist meinte denn auch: „Die Hunde“ aus dem Hinterland, der gemeine Sigmaringer und Pfullendorfer, die wären eher ein Problem, quasi widerspenstiger, aber der Überlinger spiele mit. Er gehorche sozusagen…

Arco’s Egon

Nun spielt der Überlinger nicht einfach mit weil er per se ein folgsames Tier sei, der dem zirzensischen Gebaren eines Gauleiters niederer Intelligenz folgend gerne über dessen Stöckchen springt. Nein, es wird ihm sein touristisch eingesacktes Geld kosten wenn das vormals Bürger genannte Viech gegen den Dressurversuch seiner Verwaltung opponiert. Und das versteht nun wirklich jeder was dies bedeutet. Alles is hin. Also trottet der gebeugte Zeitgenosse und kriecht auf allen Vieren am Zaun murr- knurrend auf und ab. Der echte Hund Arco machte darob neulich große Augen und schmatzte seinem Egon ein großes Fragezeichen zu. – Wieso sind die Zweibeiner auf einmal zu meinesgleichen mutiert? –

Dieser Überlinger Zustand karikiert nun geradezu den aktuellen Vorschlag des DIHK (deutscher Industrie und Handelstag) der tatsächlich eine Ticketpflicht für Fußgängerzonen fordert und zu menschenregulierten Sonderzonen erklären will. Die „entzerrten Kundenströme“, die der DIHK prognostiziert, kann man am Beispiel Überlingens schon beobachten. Der Fluß vormals gemütlich sich ausbreitenden Lebens ist zu Tode gezerrt. Nachzudenken wäre aus Sicht der Verwaltung wohl über eine ÜBapp die den Menschenverkehr von sich selbst absondert um ihn letztlich ganz zu zerstreuen. Operation 150 mittels Drehkreuz gelungen, Patient tot.

Drehkreuz am Stadtpark

Der Überlinger Bürgermeister Zeitler und seine Schwachmaten im Gemeinderat machen es den Konsumdenkern denn auch vor. Drehkreuze in den Boden betonieren, die die Ausmaße eines Gefängniszuganges annehmen. Um dort zukünftig die Sonderbehandlung an Jenen vorzunehmen, die nach Menge und Impfstatus gescannt, ihrem verdämmernden Freizeitverhalten und Natur Restsehnsüchten nachgehen wollen. Gegen Eintritt versteht sich. Um die Kassen wieder zu füllen, die man jetzt mit unsinnigen Maßnahmen in rechtsfreiem Raum entleert.

Ein Überlinger Anwalt beklagt dies justiziabel und einfach erklärt

Nämlich:
Aus Gründen der Enge ist es dem Fußgänger in den der Promenade anliegenden Sträßchen gar nicht möglich dort den Coronamindestabstand einzuhalten.

Die Rettung vor diesem ja inzwischen staatlich verordneten und dem hier zu umgehenden Problem wäre…..

Die Promenade selbst !

Dort ist im Gegensatz zur Kessenring- Christoph- und Hafenstrasse und einer komfortablen Durchschnittsbreite zwischen 4 und 8 Metern genug Platz um die Einmeterundfuffzich locker zu generieren, die einen normal Lebenden vor seiner angeblichen Übersterblichkeit neben bis zu fünf weiteren Adepten links und rechts neben ihm schützen soll. In den Verkehrsgassen aber wird der pflichtbewußte Coronaanhänger zum Wildbrett für Autofahrer die ihn umlegen, hüpfte er regelbewußt auf die Straße um einem potentiell Durchseuchten auszuweichen. Rechts die Häuserschlucht, links die Straße, dazwischen ein im Schnitt 60 – 130 cm Zentimeter breiter „Gehstreifen“ mit dem entgegenkommenden „Anstecker“. Der Dorfbrunnenpfleger und Doppelstockturner Widmer wird ein Lied davon trällern können, was es heißt auf diesem Todesstreifen vor die Wahl zwischen Pest und Cholera gestellt zu sein.

Diese Bürgersteigbreite gibt es in den
seenahen Gassen und Straßen in Überlingen kaum

Da wird die Argumentationsdichte des Verwaltungswissenschaftlers und „public services“ Mitarbeiters, des Oberhäuptlings der ehemals freien Reichsstadt so eng, dass am Ende der Geschichte Überlingen in wikipedia als „Bodenseeghetto“ übrig bleiben wird. „Nizza am Bodensee“ war vorgestern. Der Gemeinderat glotzte bei dieser Umwertung aller Werte und Maßnahme des Schwachsinns einfach wortlos zu und hat sich als „demokratische“ Opposition in die „neue Normalität“ einer Demokratur hinüber gerettet. Meint: Sich selbst abgeschafft.

Verstößt BGM Zeitler also als selbsternannter Versuchs Gauleiter mit seiner Verordnung eklatant gegen die neue Abstandsregeln die nun als Anstandsetikette in uns hinein implementiert werden?!? Indem er die letzte Zufluchtsmöglichkeit zum Seenahen und regelrechten social distancing vehindert und somit die Menschen in die engen Gassen des Städtchens auf Tuchfühlung zwingt? Zündelt Zeitler etwa insgeheim als Coronavaporisator an der Fallzahl und bedampft „seine“ Bürger nach neuer Lesart viral mit jenem „casus belli“, vor dem er sie eigentlich zu schützen hätte?!?

Willkommen in der ersten Hygiene Diktatur am Bodensee, deren Apparatschiks ihrem Alleinherrscher erlauben freie Menschen nach Belieben zu vergattern.

Viel Zeit hat Zeitler, der überschnelle Gemütlichkeitsräuber und KZ Symptomatiker nicht mehr um seine Entscheidung zu korrigieren bzw. diese in zukünftigen, wie auch immer gearteten Gerichtsverfahren darzulegen. Da sich der Gemeinderat jedoch selbst und ohne Not so derart gleich geschaltet hat, dass dieses Mal tatsächlich die Farbe tief dunkelbraun herauskam, bedürfte es einer Korrektur durch unabhängige Instanzen damit einem von diesen Ausscheidern nicht ganz schwarz vor Augen wird. Es bleibt übrig: Der Bürger. Er generiert Einnahmen und belebt die Geschäfte der Stadt und des Sees. Ihm hat der BGM, die Verwaltung und der Gemeinderat zum Wohle der Stadt zu dienen. Nicht umgekehrt!

Das Geschäftsmodell der Drehkreuzler und Absperrgitterfetischisten ist abwrackreif. Es wird also Zeit dass die Überlinger sich ihren geraubten Seezugang wieder zurückholen. Auf ganzer Breite. Zum Schutze von Nachdenklichkeit und Schaffenskraft, Meditation und Erholung, Besinnung und Besoldung, Philosophie und Naturmagie. Die Gemütlichkeitsräuber wie BGM Zeitler & Co. können gerne ins Hinterland verduften oder in den Untersee abtauchen um dort ihren Maskenzwängen und Gatterorgien im Abseits der Geschichte zu fröhnen.

Kein Hund wird ihnen folgen,
Affen sie verpönen….


p.s.
Wie viele vor allem ältere Mitbürger wegen der heutigen Ausgeburt einer Dystopie und verordneten depressiven Lage bereits langsam zu Grunde gehen oder bereits gestorben sind, ist bis dato nicht bekannt.




  1. gelegentlich Faulheit oder Phlegma, voller Gemüt, ruhige Herangehensweise
  2. Friedrich Georg Jünger: Gedanken und Merkzeichen. Frankfurt a.M.: Klostermann, 1949, S. 78.
  3. In Anlehnung an: Myung-Chul Han, DUFT DER ZEIT
  4. Die Bilder gingen um die Welt: Vor zehn Jahren erreichte die Vogelgrippe Überlingen
  5. Die totale Dekontami-NATION

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