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Beitragsbild:
unser Korrespondent vor einer neuen Variante des Mac Donald, im Volksmund: SpritzIhn

Bericht: Gastkorrespondent
Harry Kirschna, New Delhi


Der Protestzug gegen Maulkorbzwang und Abstandswahn startete in München am 12.9. 2020 vom Odeonsplatz aus und wurde bereits an der Kreuzung Gabelsberger- Ecke Arciss Straße von der Polizei gestoppt. Wobei zu sagen ist, dass der Schwanz der Schlange noch vor der Feldherrnhalle vor sich hin schlängelte, das Gekringel also noch gar nicht richtig herumschlich. Der Abstand unter den Protestlern stimme angeblich nicht. Bei uns in Delhi würden solche Abstände als Beleidigung der Mitmenschen aufgefaßt werden. Keinem fiel indes auf, das überhaupt Keiner nachgemessen hätte. z.B. Die Kollegen vom Vermessungsamt. Dabei hat die Polizei durch ihre Maßnahme eben jene Schlange erzeugt, die sie mit einem merkwürdigen Infektionsschutzgesetz nun beklagt. Man ließ das Gewürm im Grunde gar nicht kriechen. Es war so, als führe auf der Autobahn eine Polizei von der nächsten Auffahrt auf die Straße mit dem Schild „follow me“ und bleibt dann steh’n um den sich bildenden Stau zu beklagen. Eine ebensolche Taktik erfolgte in Berlin am 29.8.2020. Dass in einem Stau der Abstand geringer ist wie bei Tempo 180 scheint den Poleiern nicht einzufallen. Dass sie diesen selber verursachen schon gar nicht. „Folgt mir“ heißt in Corona Zeiten folglich so viel wie: „Bleib da mal steh’n“ (bis ihr euch staut). Das ist dann die Inversion des Merkel’schen Axioms:

– Abstand ist die neue Nähe –

Demo also in Zeiten von „Corona“: Früher trieb die Polizei die „Rebellen“ auseinander, heute schaut man auf den Abstand, den die Polizei einfordert um Demo schließlich doch noch machen zu können…Der – Sich selbst Auseinandertrieb – ist quasi eine moderne Autosuggestion, um zu verhindern dass der Protestgegenstand durch totale Vertreibung gar nicht zur Sprache käme. Also beendet man das von den Poleiern veranstaltete Desaster um sich unter der guten alten Bavaria wieder zu versammeln. Bloss um die Hälfte der Zeit wieder mit Abstandsregulierung zu zubringen. Früher war Regulation ja eine Aufgabe der Ordnungskräfte. Inzwischen sind wir soweit, dass der gemeine Demonstrant das selbst erledigt. Ein Hinder versteht so etwas nicht. Ein völlig neues Demogefühl. Der Autor kannte während seines Sanskrit Studiums in der BRD noch den drastischen Strahl der Frankfurter Wasserwerfer. Für einen waschechten Indogermanen ein völlig unbekanntes Phänomen, ebenso wie die Erkenntnis aus dem verrauchten Labor einer Physikerin, dass der Abstand der Teilchen zueinander gleichbedeutend mit ihrer Nähe zu sich selbst im Quadrat sei. Freilich trieb man sich damals nicht selbst auseinander sondern nahm seine Haxen in die Hand und rannte so schnell es ging weg vor der knüppelnden Polizei. Das Verständnis von Rebellion scheint sich in den letzten Jahrzehnten in der BRD allerdings unter der Schamponierung der Medien deutlich verwässert zu haben. Wenn morgen Covid 21,5 erfunden wird und folglich der Abstand auf 14,5 Meter zur nächsten Person festgezurrt wird, dann wird es eng im Land.

Dunnerlittchen, sie hat also doch recht.

– Abstand ist die neue Enge –



Bilder zu Beginn bis zur Polizeistauung

Der Infektionsschutz

Der Zug

Die Verschlimmbesserung

Die Ratlosen

Der Umzug zieht um

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Aufforderung an Rechtsanwälte


Polizei unterbricht wegen „mangelnder Maskenpflicht“

immer wieder Unterbrechungen der Polizei wg. „mangelnder Abstände“ und fehlenden Fetzen

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