Der Besuch der alten Dame

Alle Jahre wieder, am so genannten Holocaust-Gedenktag Ende Januar, inszeniert die bundesdeutsche Musterdemokratie im schon für manchen Mummenschanz missbrauchten Reichstag ein Spektakel, das von einigen nicht konform, sondern klar denkenden Mitbürgern jüdischen Glaubens längst als bloßes „Gedächtnistheater“ entlarvt wurde.

Die Spitzen des Staates führen der Welt die ihnen so teure „Erinnerungskultur“ vor, feiern in Wahrheit aber nur sich selbst als Repräsentanten eines angeblich besseren Deutschlands, das, wie sie stets aufs Neue betonen, aus seiner finsteren Vergangenheit gelernt hat. Zur ernsten Musik passen die ernsten Mienen, die sich diesmal freilich hinter FFP2-Masken verbergen. Wie Eiterbeulen verunstalten die hässlichen Dinger das sonst so makellos geschminkte Antlitz unserer Politprominenz, deren trauriges Mittelmaß durch die gleichmachende Maskerade nur noch offensichtlicher wird.

Es mutet schon mehr als makaber an, dass hier ein Regime über NS-Verbrechen Krokodilstränen vergießt, das seit bald einem Jahr unter dem Vorwand einer fragwürdigen Pandemie elementare Grundrechte einschränkt oder aufhebt und sich dazu von einem weitgehend narkotisierten Parlament ermächtigen lässt. Ja, die Potentaten von heute haben wirklich aus der Vergangenheit ihre Lehren gezogen. Die Methoden der Unterdrückung und der Manipulation sind viel subtiler, aber auch viel effizienter geworden. Man braucht keine Konzentrationslager, um Menschen wegzusperren, muss niemanden physisch vernichten, um seine Existenz zu zerstören, kann getrost auf die Zwangsjacke der geschlossenen Psychiatrie verzichten, wenn Irregeleitete immer noch am Virus zweifeln, denn der permanenten Gehirnwäsche durch großzügig subventionierte und darum linientreue „Qualitätsmedien“ widersteht nur eine Minderheit.

Natürlich sind alle Vergleiche mit der braunen Diktatur streng verpönt, selbst wenn deren schwarz-rote Nachfolger Dissidenten als „Corona-Leugner“ dämonisieren, die Denunzierung Unbotmäßiger genauso zur Bürgerpflicht erklären wie die „freiwillige“ Impfung und hinter den Kulissen mit zynischer Zielstrebigkeit daran arbeiten, die Gesellschaft in (privilegierte) Gespritzte und (entrechtete) Nichtgespritzte aufzuspalten – obwohl die regierungsamtliche Propaganda sich nicht entblödet, tagaus, tagein das Gegenteil zu behaupten.

In dieses Horn stößt auch die hochverehrte alte Dame, die von der in der totalitären DDR politisch sozialisierten Kanzlerin (und Trägerin des zionistischen Theodor-Herzl-Preises) zum Festakt einbestellt wurde, um der ebenso erinnerungs- wie pandemiemüden Nation nochmal ins Gewissen zu reden. In der Tat wäre dafür niemand geeigneter als Charlotte Knobloch, die ehemalige Vorsitzende des Zentralrats der Juden in Deutschland, zu deren zahllosen Ämtern und Würden die Funktion des „Commissioner for Holocaust Memory“ beim WJC (World Jewish Congress) gehört. Sie sagt dann auch exakt den Satz, den die offizielle Sprachregelung diktiert: „Wer Corona-Maßnahmen mit der nationalsozialistischen Judenpolitik vergleicht, verharmlost den antisemitischen Staatsterror und die Shoah.“

Ein Totschlag-Argument, mit dem jede Diskussion abgewürgt wird. Vom Standpunkt der praktischen Vernunft betrachtet jedoch barer Unsinn: Wie soll man etwas ermessen und bewerten können, wenn man es nicht mit etwas anderem vergleichen darf? Außerdem: Wenn einem Freiheit, Wohlstand und körperliche Unversehrtheit genommen werden, ist es doch völlig egal, ob dies aus rassistischen oder aus anderen Gründen geschieht.

Derartige Einwände fechten Charlotte Knoblauch nicht an. Sie sieht sich als „stolze Deutsche“, und sie weiß, was das BRD-Establishment von ihr erwartet. Auch, weil sie selbst Teil dieses Establishments ist. Dessen moralische Be- und Empfindlichkeiten kennt sie ganz genau, weiß sie zu nutzen für ihre erfolgreiche Lobby-Arbeit im Dienste der zionistischen Sache. Sogar ihre persönliche Opfer-Erzählung ist ihr ein Mittel zum Zweck. Virtuos verwebt sie darin das Tragische mit dem Tröstlichen: Der kleinen Charlotte bleibt das Schlimmste erspart, weil die geliebte Großmutter sich an ihrer Statt deportieren lässt. Sie wird von deutschen Christenmenschen versteckt, von einem Bauernmädchen als eigenes uneheliches Kind ausgegeben – zur akuten Lebensgefahr für die Retter gesellt sich auch noch die Schande. Rührend – warum wurde das noch nie verfilmt? Dem „besseren Deutschland“ bietet diese Geschichte ein bequemes Ruhekissen: Es gab sie also wirklich, die Guten und Edlen, die Nicht-Nazis, deren Menschlichkeit stärker war als ihre Angst oder ihr Opportunismus. Wenn das kein Grund zum Feiern ist…

Solchen Balsam streicht Charlotte Knoblauch reichlich auf die von ewigen Schuldkomplexen zerrissene deutsche Seele. Da verzeiht man ihr gern, dass sie zuweilen knallhart ihre Macht demonstriert. Zum Beispiel 2009, als der jüdische Zentralrat unter ihrer Präsidentschaft das schon damals hohle Gedenkritual boykottierte, weil ihm vom Bundestag vermeintlich nicht genügend Achtung erwiesen wurde. Lag es daran, dass die Präsidentin (der noch niemand nachgesagt hat, uneitel zu sein) im Vorjahr nur in der zweiten Reihe der Ehrentribüne hatte sitzen dürfen und nicht in der ersten wie 2007? Um die Streitbare zu besänftigen, gab es dann zum schon vorauseilend verliehenen Großen Verdienstkreuz auch noch den Stern dazu…

Dass ihre geläuterten Landsleute nicht mehr Herren ihrer eigenen Geschichte sind, rief ihnen die stolze Deutsche und überzeugte Münchnerin erst letztes Jahr wieder ins kurze Gedächtnis, als sie ihre Spezln von der bayerischen Staatspartei mobilisierte, um den heiklen Titel einer politisch harmlosen Landesausstellung über die Stadtgründungen der Wittelsbacher politisch korrekt zu ändern. Der zum geflügelten Wort gewordene mittelalterliche Rechtsgrundsatz „Stadtluft macht frei“ hatte ihr allerhöchstes Missfallen erregt…

Ja, sie hat schon Haare auf den Zähnen, die charmante alte Dame, der die Hauptrolle im heurigen BRD-Erinnerungstheater auf den Leib geschrieben wurde. Das kriegt auch jene Partei zu spüren, die gar zu gern eine Alternative für Deutschland wäre, aber vorwiegend mit sich selbst beschäftigt ist. Frau Knobloch wünscht „explizit“ nicht, dass die größte Oppositionsfraktion im deutschen Bundestag auf unser Land aufpasst – was eigentlich deren vornehmste Aufgabe wäre. Den demokratisch (??) gewendeten SED-Erben von der Linken traut sie das wahrscheinlich eher zu, wenn auch nicht „explizit“. Die letzten Worte ihrer alle Wohlmeinenden im Auditorium sehr bewegenden Rede (an solchen Gedenktagen sind die Reden prinzipiell unendlich bewegend) sollen die rechte bzw. rechtspopulistische bzw. rechtsradikale bzw. rechtsextreme bzw. antisemitische Alternativ-Partei besonders hart treffen. Es sind typische Knobloch-Sätze: „Sie werden weiter für Ihr Deutschland kämpfen, und wir werden weiter für unser Deutschland kämpfen. Ich sage Ihnen: Sie haben den Kampf vor 76 Jahren verloren.“

Aha. Es gibt also immer noch zwei Deutschlands, ein böses und ein gutes, deren Anhänger sich auch künftig munter beharken, obwohl der Kampf eigentlich schon längst entschieden ist. Typisch sind solche Sätze, weil sie einen logischen Bruch enthalten, den die hellwache und hochintelligente Rednerin zweifellos bemerkt hat, aber um des rhetorischen Effektes willen in Kauf nimmt. Es geht ihr ja auch um etwas ganz anderes als Logik, nämlich um Spaltung und Diffamierung. Verloren haben vor 76 Jahren die Nationalsozialisten, mit denen sie die ihr missliebige rechtsbürgerliche Partei kurzerhand gleichsetzt. Charlotte Knoblauch kann sich das erlauben, niemand wird sie dafür rügen. Als Staatsschauspielerin und Sprachrohr eines maroden, verlogenen Systems hat sie sich wieder mal bewährt. Die Reaktion der schnöde Gescholtenen, die gerade mit geheimdienstlichen Mitteln (also in letzter Konsequenz mit Gestapo-Methoden) mundtot gemacht werden sollen, fällt leider erbärmlich aus. Statt zum Zeichen des Protestes geschlossen das Plenum zu verlassen, erheben sich die alternativen Abgeordneten artig, klatschen aber nicht. So was nennt man Zivilcourage…

Beim Koalitionspalaver der regierenden Chaostruppe wird, wie man hört, neuerdings Heinrich Heine gelesen. Das freut die alte Dame ganz bestimmt. Wie heißt es so schön in den „Nachtgedanken“? „Deutschland hat ewigen Bestand, es ist ein kerngesundes Land! Mit seinen Eichen, seinen Linden werd ich es immer wiederfinden.“ Das notierte der Dichter anno 1844. Heute möchte man ihm zurufen: Träum weiter!

Anmerkung: Alle Knobloch-Zitate nach Tagesspiegel-Online und Welt-Online vom 27.01.2021

5 Kommentare

  1. Für diesen Kommentar solltet ihr euch schämen! Aber was kann man von Klarschicht schon anderes erwarten?Es gibt zwar sicher nur ein Deutschland. Aber darin finden sich unter der übergroßen Mehrheit demokratisch gesinnter Bürgerschaft auch eine kleine Minderheit antidemokratischer Ewig-Gestriger. Mit ihnen werden wir, die anständige große Mehrheit, leben müssen. Und wir werden sie in ihrer rechten Ecke zurückhalten können. Wir sind mehr!
    Hass, Hetze und Gewalt dürfen in Deutschland nie wieder die Oberhand bekommen!
    Wir wehren – im Gegensatz zur Weimarer Republik – den Anfängen!

    1. „Dass Hass, Hetze und Gewalt nie wieder die Oberhand gewinne…“ diesen Standardsatz der „BRD Verwalter und Erinnerungskulturler“ hat sich Herr Wilkendorf ans Revers geheftet. Vielleicht liegt es daran dass ihm der Blick darauf scheel geht.

      Jedenfalls ist er beim Polier Einsatz mit seiner Truppe im Mai 2020 erheblich gestolpert, als er mit Anderen gegenüber dem sich gerade bildenden „demokratischen Widerstand“ Überlingen die Antisemitismuskeule schwang und mit dem Judenstern fuchtelte. Da verhebt sich der „Bio Deutsche“ gern schon mal. Dass es Einer durchaus ziemlich locker mit der Geschichte vor seiner Haustüre nimmt, könnte nämlich alleine an dem fehlerhaften Aufdruck auf einem der Überlinger Stolpersteine abgelesen werden. Den man aber gerne poliert. Schwamm drüber…

      Denn im Gegensatz zum amtlichen Eintrag in der Verwaltung des Holocaust, dem Yad Vashem in Jerusalem, scheint das Schicksal des Wahl Überlinger Hermann Levinger auf dessem Stolperstein nicht zu stimmen. Denn dort steht: „Tot 8.12.1944“. Und auf einem weiteren Stolperstein. „Gemeinsamer Selbstmord“ Er hat sich an diesem Tag in Wiesbaden das Leben genommen. (so jedenfalls der Eintrag in WIKIPEDIA)

      Jerusalem aber sagt, dass er genau am 8. Dez. 1944 nach Auschwitz deportiert worden sei, um dort ermordet zu werden. (s.a. Levinger Hermann murdered)
      Wer hat nun Recht, würde sich da Einer fragen, der aus der „Gemeinschaft der Auserwählten Gottes“ stammte. Werde ich gar doppelt oder noch mehr gezählt?!? Hat der Messingstein in Überlingen und deren Gatekeeper Recht, oder die Mutter aller Narrative?

      Dass der Einreicher des Dokumentes und Holocaust Opferbescheinigung (Xavier Messalatti) in Yad Vashem bei weiteren über 12.000 Menschenschicksale als Nachkomme zeichnet, zählt da schon gar nicht mehr. Oder doch?!?

      Man könnte meinen dass ob dieser Quellen das Gesicht des Herrn W. mit Schamröte zufliesse. Außer: Er sei schamlos.

      s.a. Recherche in: DIE MAULKORBFETISCHISTEN

  2. Ein ausgezeichneter Beitrag von Klarschicht. Ich bezweifle nicht daß die Berufsdemokraten, allen voran die arrogante Oberlehrerin Knobloch, Repräsentanten der Demokratie sind. Deshalb lehne ich Demokratie ja ab.

  3. Prima Veritas
    Gedenken wir der Aufmerksamen und mehren die Freiheitsliebenden .
    Ach wie schade das wir uns, in diesem unserem, noch ja leider immer noch….. für so manche die es nicht geschafft haben auszuwandern, aus unserem deutschem Land, das sich seit Jahren ohne eine rechtmäßige Regierung ohne rechtsprechende Richter, rücksichtslos von Rechtsberatern ausgeplündern läßt, und mit Migranten auffüllen, bis das der letzte, dieses System verteidigende Schlaumeyer ins Fettnäpfjén seiner Wahl getreten ist und der Länge nach fällt, wie ein unbemerkt ausgehöhlter morscher Stamm.

    Klara Hellstern

  4. Meiner bescheidenen Meinung nach ist es schade, dass A. Point seine Energie, seine Kenntnisse und seine schriftstellerischen Fähigkeiten nicht über „Klarsicht“ hinaus auch in einer Weise verwendet, die politisch stärker zu Buche schlägt.