Ein Freund der Baum

Untergehende Systeme haben die Eigenart jenes widerständige „Gestrüpp“ das sich schon zu deren Blüte nicht so recht kompatibel erwies, am Ende zu Fall zu bringen. Es soll kein Wissen, keine Geschichte übrig bleiben wie es einmal wirklich war.

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Kommentar: Dr. Helmut Katz


Mein Freund der Baum, Alexandra 1968

In Zeiten wie der heutigen, wo der Kampf um Narrative auf allen Ebenen tobt, haben die Produzenten von Kollateralschäden Hochkonjunktur. Jene um die Ecke gebrachten Menschen, Infrastruktur und eben auch Natur, die einer „neuen“ Ideologie zum Opfer fallen mußten, werden zu einer als notwendig deklarierten „Mülldeponie der Geschichte“ umgewidmet.

So auch in der inzwischen von einer Landesgitterschau dominierten Stadt Überlingen am Bodensee, in der eine ganze Allee abgeholzt wurde, nur um für einen Diseney-istischen Naturzirkus eine Art Landebahn mit Überbreite und viele Zäune drumherum hin zu betonieren. Voila das neue Narrativ stellt sich an, eine lange gewachsene Geschichte mit viel Brimborium und Geld aus dem Steuersäckel zu übertrumpfen. Allein der „gemeine“ Baum macht was ER will und wurzelt und ästelt nicht in dem Sinne wie es naturferne Landschaftsplaner gerne hätten. Sie haben kein Gefühl mehr dafür, dass echte gewachsene Natur nicht mit dem Druck von Bäumen und Landschaft in einer Hochglanzbroschüre zu verwechseln sei. Sie überplanen dort wo aus gutem Grund der Selbstorganisation die Ahnen gerne einmal den Dingen auch ihren Lauf liesen.

Wo es früher einfach wuchs, steht heute das Gewächshaus. Wo die Adern der jeder Zeit und Wetter Trotzenden sich tief in den Acker gruben, verlaufen heute begradigte Linien einer dem Mäandern feindlichen Planungswut.

Wurde zu bestimmter Zeit ein als untauglich betrachteter Schwächling durchaus dem damaligen Impfwahn mit Phenolspritze übergeben, wird der heute als wackelig etikettierte Baum auf jene Art weg gespritzt. Die Zeiten ändern sich nur scheinbar, die Motorsäge rückt an

Fällt erst der Baum und dann der Mensch?!?


Bilder von Bäumen an der Überlinger Promenade mit einem Aufruf

WIR sollen WEG

WIR werden GEFÄLLT

WIR müssen STERBEN

Weil wir zu wenig Wasser hätten…


Selbst wenn der Mensch -ein Freund den Baum- in eine Betonwanne stellt, so hat er das Resultat seiner „Arbeit“ nicht zu ernten, sondern darf sich gerne daran ergetzen, mit welcher Kraft das werdende Geäst durch die Vergänglichkeit hindurch sprießt.

Noch ein Löwenzahn sprengt Mauernritzen. Das wäre doch für einen ausgewachsenen Baum nur eine galante Turnübung zwischen zwei Jahreszeiten.

Wann kommt endlich die Bundeswehr und hilft dem Volk und der Natur dabei, die immer drastischer werdenden Übergriffe der Obrigkeit gegen alles Lebendige zu beenden.


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