Besatzung

Corona na….

Guten Morgen in HYPNOSISTAN

Von der „herd immunity“ 1 zur „Herdenimmunität“. Wie in Zeiten vorgeblicher Katastrophe und tatsächlicher Andersheit, „klassische“ Begriffe einer „hatespeech“ wie: Herde, Pack, Rudel, Rotte, ect. 2, in Mode kommen. Versuch über eine inszenierte „Pest“ und fragwürdiges kybernetisches Management. 3.

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In Congress Netanyahu rejects peace,…

… offers a fictional Palestine never to become reality and embarks on a collision course with the Palestinians and the whole world.

Artikl von Adam Keller, Sprecher der israelischen Friedensbewegung Gush Shalom

s.a. http://adam-keller2.blogspot.com/

In Congress Netanyahu rejects peace, offers a fictional Palestine never to become reality and embarks on a collision course with the Palestinians and the whole world.

The speech of PM Netanyahu in the US Congress was composed of dozens of colorful gimmicks and empty cliches, talk of a peace which he does not intend to conclude and of a fictional Palestinian state which he has no intention of seeing become reality.

Netanyahu praised democracy to the skies, while intending to continue occupation rule over millions of people by main force, against their will. Netanyahu boasted of the freedom of religious worship supposedly provided by Israel at the holy places in Jerusalem, while the Israeli police has a declared policy of regularly barring Muslim worshippers from the mosques in the heart of Jerusalem. Netanyahu spoke sentimentally about the David and Goliath story in the Bible, while in reality the state of Israel had become a modern Goliath which killed hundreds of children in the three weeks of bombing on Gaza, and the role of David passed to Palestinian protesters armed only with stones.

In demanding a perpetual Israeli occupation along the Jordan River Netanyahu makes clear that what he calls a Palestinian state would be little more than an isolated enclave cut off from the outside world, with all entry and exit under Israeli control – in effect, a new version of besieged Gaza. Netanyahu spread promises to make „painful compromises“ and dismantle some of the settlements – and immediately blocked the road piling conditions upon conditions designed to ensure that the time for compromises would never come and the settlements would remain in being and continue to expand, robbing the lands of their Palestinians neighbors.

Netanyahu should not be blinded by the applause in a Congress which remains the hostage of a power-hungry Israeli lobby. It is unclear how long will this lobby retain its power, and whether either lobby or Congress are truly willing to embark upon a direct confrontation with the President of the United States on Netanyahu’s behalf. In his outspoken opposition to the principle of the 1967 lines with mutually agreed territorial swaps – the single route to peace which is agreed upon by the entire international community including the U.S. President – Netanyahu continues to dig in and burrow into his rejection of the chance for peace. His claim that the 1967 lines are „indefensible“ is ludicrous, especially considering that it was exactly within these lines that the IDF gained the greatest military victory in Israel’s history. In contrast, the settlements scattered throughout the Occupied Territories produce a blurred boundary, in fact a complete lack of any border, which the IDF finds it difficult to defend. The undoubted historical fact that Jews lived in these areas thousands of years ago can in no way change the fact that nowadays we are there as conquerors and oppressors, and such we will stay as long as a single Israeli soldier remains there against the residents‘ wishes. „

The extremist position that Netanyahu presented, wrapped in rhetoric and cliches, constitutes a final closing of the door to renewed negotiations and an embarkation on a course of collision with the Palestinians and the entire world, towards the inevitable

„diplomatic tsunami“ predicted by Defense Minister Barak. In the longer term it may actually turn out that Netanyahu – the very man who demands of the entire world to recognize the principle of „A Jewish State“ – will be the one who drives the Palestinians to despair of achieving their own state and into demanding a vote for the Knesset instead.

Contact: Adam Keller +972-54-2340749

FILMREIHE „Konflikte verstehen“ | Israel – Palästina

2011 an verschiedenen Orten und Kinos in Überlingen und Umgebung (bitte aktuelle Hinweise | Presse beachten)

Do. 23. Juni | 20 Uhr | Cine Greth | Jerusalem – the east side story | Checkpoint

>>> Sa. 2. Juli | 20 Uhr | Vortrag mit Reuven Moskovitz in der „Werkstatt für improvisierte und neue Musik

Fr. 8. April | Lagerhäusle Altheim | Die eiserne Mauer

Fr. 3. Juni | Lagerhäusle Altheim | Salt of this Sea

Fr. 2. Sept. | Lagerhäusle Altheim | Jerusalem-the east side story

Fr. 4. Nov. | Lagerhäusle Altheim | HipHop und Kalaschnikow

Die Termine und Orte der anderen Filme s.u. weden demnächst bekannt gegeben.

Die Filmreihe „Konflikte verstehen | Naher Osten“ möchte durch das Zeigen von verschiedenen Filmen aus dem dokumentarischen aber auch aus dem Spielfilmgenre dazu beitragen die scheinbar endlose Spirale des immer wieder gewaltsamen und blutigen sogenannten Nahostkonfliktes in Israel – Palästina zu verstehen.

Dabei werden auch Filme gezeigt, die es sonst schwer haben in den Verleih zu kommen. Filme z.B., die diesen Konflikt eher aus der palästinensischen Perspektive zeigen, immer aber im Kontext von historischen Fakten und internationaler Rechtssprechung.

Schließlich werden gerade solche Arbeiten durch neuere israelische historische Forschung bestätigt.

Mythen werden aufgegriffen und hinterfragt, Aussagen von verschiedenen Protagonisten und historischen Persönlichkeiten werden in einen aktuellen Zusammenhang gestellt.

Der Film „Warum Israel“ von dem durch seinen Film „Shoah“ bekannt gewordenen französischen Regisseur Claude Lanzman gibt z.B. Einblick über die Entwicklungsgeschichte Israels nach dem 6 Tagekrieg und ist eine hervorragende soziologische Dokumentaion vor allem der nach Israel immigirierenden Menschen jüdischen Glaubens, ihre Hoffnungen und Enttäuschungen, ihre zufriedenen und traurigen Seiten.

Die Filmvorführungen sollen von einer Diskussion begleitet werden, in deren Rahmen Fragen gestellt werden können, Hintergründe erläutert werden und weiterführendes Interesse geweckt werden kann.

Gelegentlich werden hierzu Referenten und Produzenten eingeladen, die sich zum Teil seit Jahrzehnten mit dieser Thematik auseinandersetzen oft auch aus eigener erfahrener Lebenspraxis in dem entsprechenden Land.

Es ist uns ein Anliegen aufzuklären und Kritik zu üben. Im Rahmen von internationaler Rechtssprechung der Weltgemeinschaft, der allgemeinen Menschenrechte und dem Völkerrecht sollen Impulse gegeben werden, diesen Konflikt aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten. Erst über dieses Verständnis können die Mauern zwischen den Menschen in Israel und Palästina abgebaut werden.

Initiative Salam und Shalom in Salem

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PALÄSTINA-ISRAEL und zurück

Verkriecht man sich in Überlingen ängstlich in der philosemitisch- romantischen Behausung goldbedeckter Kuppeln einer realitätsfernen Verklärung Jerusalems und in Spuren jüdischen Lebens im ausgehenden Mittelalter auf dem Weg ins verklärte „Jetzt“, projeziert also quasi ein „himmlisches Jerusalem“ nur um dem irdischen, der Realität dort heute nicht in die Augen zu sehen?! Natürlich ist „Dachau“ nicht die Westbank. Das Maß an Verdrängung aber gegenüber dem, was in den besetzten Gebieten passiert kann gut mit folgender Analogie wiedergeben.

Einst: Lieber Gott, mach mich stumm, dass ich nicht nach Dachau kumm.

Und heute: Lieber Gott mach Augen krank, dass ich net seh‘ die Westebank.

Wissen die Apologeten eines solchen Israels nicht was dort mit der brutalen Unterdrückungs- und Besatzungsherrschaft seit über 40 Jahren passiert? Dass der Staat Israel konsequent internationale Rechtsprechung und UNO Beschlüsse ignoriert, Menschenrechte mit den Füßen tritt und Verbrechen gegen das Völkerecht begeht?

Oder wird all dies gerade in der christlichen Welt billigend zur Kenntnis genommen unter dem Aspekt biblischer Verheissung und der Heimkehrung des jüdischen Volkes von seiner 2000 jährigen „Reise durch die Diaspora“. Denn wenn Israel „aufsteige“ sind wir Christen alle ein gutes Stück vorangekommen auf dem Wege nach Zion und seinem Messias?!? Lauert da nicht der christliche Antijudaismus des Mittelalters der seinen Gegner ins offene Messer rennen läßt?

„Lasst alle vorrücken und ein paar Hügel einnehmen! Alles, was wir uns nehmen, wird uns gehören, und alles, was wir nicht nehmen, wird uns nicht gehören!“

Ariel Sharon ehem. Ministerpräsident

Wie kruden müsse wir noch argumentieren um „Rechtfertigung“ von Unrecht via Bibel herzustellen? Wozu diese oberflächliche Fetischierung des Jüdischen. Was soll damit eigentlich gesagt werden?

Treibt also in Überlingen die Entkontextualisierung von Zeit und Raum neue Blüte, wenn die Rüstungsindustrie ihr Stelldichein zur Selbstbeweihräucherung gibt, unweit der Stollen wo Arbeiter von Rüstungsbetrieben zu Tode geschunden wurden und in den Ausstellungsräumen der Bank ein Überlebenden der Shoa, Max Mannheimer, womöglich mit einem Teil des Publikums der Ortsrandpartys das „transformierte Grauen“ über sich ergehen lässt?

s.a. Südkurier 05.09.2009

Was ist das für eine Gesellschaft, die sich so gespalten gibt, ohne es zu wissen oder vorgibt Nichts zu wissen?

Verwechselt man in Überlingen am Bodensee Menschen jüdischen Glaubens oder Herkunft mit dem Staate Israel oder Zionismus mit der Kabbala, oder gar die Halacha mit internationalem Recht oder die Haskala und jüdisches Leben im allgemeinen mit einer Art koscheren Romanze?!

Was ist eigentlich gemeint bei jenen, die die Plattitüden erzeugen im medialen Katalog ihrer Veranstaltungen? Erinnerungsarbeit? Welche und an Wen? Exklusive Jiddischkeit in Überlingen, die zum Kitsch verkommt in ihrer zwanghaften Verschwiegenheit aktueller Geschichte gegenüber? Kommt Schweigen von dem Verschweigen dessen, was jüdische Spuren in Überlingen heute noch sind? s.a. Südkurier  >>> Generalstabsschef der IDF in Überlingen

Rüstungskooperation der Firma DIEHL mit der gößten israelischen Waffenschmiede RAFAEL über deren „Tochter“ ERCAS in den Niederlanden.

Als historisch in Verantwortung (als Antwortende) Stehende meinen wir, dass Israel heute nicht ohne den Konflikt gedacht werden kann, der unmittelbar aus seinem Gründungsmythos und dessen unmittelbaren Vorläufern mit hervor gebracht wurde.

Zeigen und erinnern wir also an die jüdischen Ghettos von damals in Deutschland und die palästinensischen Ghettos, Unterdrückung, Diskriminierung und Vertreibung von Heute in Palästina und klären auf!

Thematisieren wir jene Ungeheuerlichkeit der versuchten Berechtigung einer „Judaisierung also Ent-arabisierung ganz Palästinas“ im Rahmen einer sehr real dort praktizierten „exklusionistischen jüdischen Ethnokratie“(12) des radikalen Siedlertums, der Nationalreligiösen und rechter orthodoxer Kreise, was perverser Weise jenem ähnelt was gerade unter anderen Vorzeichen von exklusiver Monstrosität, nämlich einer versuchten „Arisierung der Ostgebiete“ und folgender millionenfachen Vernichtung in der Welt passiert war. Muss diese Geschichte enden in einem: „Vom judenreinen Land der Nazis zum reinen Judenland der israelischen Ethnokratie?!

Enteignung, Konfiszierung, Zerstörung von Haus und Land, Annexion und Okkupation, das sind ethnische Säuberungsprogramm die uns Deutschen doch bestens aus unserer Geschichte bekannt sein dürften!

Unterstützen wir diese Politik Israels den Palästinensern gegenüber, schaffen wir neue Opfer und verhöhnen unsere „direkten Opfer“, die europäischen Juden hin zur Bedeutungslosigkeit.

Rassistisches Denken und Handeln hat noch immer in den Abgrund geführt!

Auch Martin Buber war demgegenüber nicht ganz gefeit, wenn er unkommentiert schreibt:

„Das Besondere dass hier zum Allgemeinen (den Anderen, den nicht Auserwählten, den „Zurückgebliebenen“ ? | Hinzufügung) hinzutritt, konstituiert eine eigene Gattung (also Rasse?) die weit über die Grenze nationaler Probleme hinaus an Menschheitliches, an Kosmisches, ja an das Sein selber rührt.“

Quelle: Martin Buber | Die Idee von Israel und Palästina

Biblisch gesprochen: Jenes Land, welches den Juden von „Gott“ als auserwähltem „Volk Gottes“ versprochen wurde, ist von keinem anderen anzutasten. Er würde sich ja sonst dem göttlichen Willen seines Gottes (auch dem christlichen) und dem Bund mit den Menschen widersetzen. Eine Geisel der Landnahme verpackt in den Pakt mit dem Allerhöchsten. Exklusivität par excellence. Ein Totschlagargument.

Um es klar zu sagen:

Die Existenz des Staates Israels, Atommacht und mit einem der besten und schlagkräftigsten Heere der Welt gerüstet ist Fakt. Sein Existenzrecht alleine schon durch den UNO-Teilungsplan von 1947 durch die Völkergemeinschaft bestätigt und gewünscht. Neueste historische Forschungen israelischer Historiker und Äußerungen ehemaliger Militärs und Geheimdienstleute zeigen, dass die Bedrohungslage in vielen Konflikten (z.B. 1967) weitaus geringer, bzw. durch die israelische Propaganda inszeniert war um immer das Bild der physischen Vernichtung von Land und Leute zu zeichnen.

Was allerdings Israel im kartographischen Sinne sein will, kann nicht durch Berufung auf biblische Aussagen gerechtfertigt werden, dem stehen zivilisatorische Errungenschaften wie Völkerrecht, UNO Resolutionen, reale Geschichte und Menschenrechte entgegen. Wir leben nicht mehr in der Archaik eines nebulösen und mythisch umrankten Altertums, wo Stammesreligionen ihnen gefällige Landnahmen mit Gewalt durchgesetzt haben.

Und doch wird genau dieses in Palästina praktiziert mit der kontinuierlichen Vertreibung und der ethnischen Säuberung der Urbevölkerung Palästinas.

„Wir müssen die Araber vertreiben, und ihre Orte übernehmen.“

David Ben Gurion, zukünftiger Premier von Israel, 1937

„Wir spazierten draussen und Ben Gurion begleitete uns. Allon wiederholte seine Frage ‘Was soll mit der Palästinensischen Bevölkerung passieren?’ Ben-Gurion machte mit der Hand eine Geste, die sagen sollte: ‘Jagd sie raus!’“

Yitzhak Rabin, später zensierte Version von Rabins Memoiren, veröffentlicht New York Times, 23 October 1979.

Schon kurz nach seiner Ankunft in Palästina 1938 prophezeite Martin Buber den Verfechtern eines harten militärischen Vorgehens gegen die damals ihrerseits die britische Mandatsmacht wie die jüdischen Siedler bekämpfenden Araber eine unheilvolle Entwicklung:

„Unsere Gewaltverehrer sind im Begriff, das Arabertum, im Land und außerhalb des Landes, gegen uns zusammenzuschweißen“.

„Nur eine innere Revolution kann die Kraft haben, unser Volk von seiner mörderischen Krankheit grundlosen Hasses zu heilen. Sie wird zwangsläufig unseren vollständigen Untergang hervorrufen. Dann erst werden die Alten wie die Jungen in unserem Land erkennen, wie groß ihre Verantwortung für das Elend der arabischen Flüchtlinge ist, in deren Städten wir Juden angesiedelt haben, die von weit her gebracht wurden; deren Häuser wir geerbt haben, auf deren Feldern wir jetzt sähen und ernten; deren Früchte aus Gärten und von Weinbergen wir einsammeln; und in deren Städten, die wir geraubt haben, wir Häuser der Erziehung, wohltätiger Einrichtungen und des Gebets errichten, während wir herumreden und davon faseln, dass wir „das Volk des Buches“ und „das Licht der Völker“ seien.“

Martin Buber 1952 aus: „Wir sind ein Licht für die Völker“

Könnte es nicht sein, dass gerade die uneingeschränkten Apologeten Israels jene sind die in dem gefährlichen, (weil internationales Recht ignorierenden) Gebaren dieses Staates seinen möglichen Untergang „wittern“? Unterstützen und Befürworten kann immer auch noch eine andere Seite beinhalten. Jene die im Grunde nicht die Wohlwollende ist.

Abscheulich? Allerdings!

Wir Christen sind Bibel-, also Israeltreu, und suchen nur den christlich – jüdischen Dialog mit den heutigen Juden in Israel, die für uns so etwas wie eine „Speerspitze unseres christlichen Glaubens“ mithin dessen Urheber sind also unser, wenn auch gelegentlich (als Nachfolger des christlichen Antijudaismus) immer noch ungeliebtes „Fundament“ sind?!

Es liegt nah am Chauvinismus! Es ist Deutsch-Israelischer Chauvinismus sich gegenseitig spiegelnd.

„Aber was soll’s? Wenn der Schwabe die Waffen nicht liefert, so tut das ein Anderer. Und dass die Amis zu allem bereit sind wissen wir ja. Und da ist es doch besser der Schwabe ist reich, als der Ami, denn der Schwabe zahlt hier Steuern und die brauchen wir für Kitas“.

So ein (satirischer) Leserbrief (Ausschnitt) als Reaktion auf „Heile Welt“ Waffenindustrie am Bodensee vom 04.11.2010 in der ZEIT.

Jedenfalls taugt es nicht dazu offen, transparent und unter Achtung historischer Fakten und grundlegender Menschenrechte argumentativ den Diskurs zu bemühen und sich seiner historischen Verantwortung als denkender Mensch in diesem Land zu stellen und Position zu beziehen.

Denn ein Schuldgefühl gegenüber den Opfern des von unserem Kollektiv ausgegangenem menschenverachtenden Unrechtes darf nicht dazu führen, Rechts- und Menschenrechtsverletzung in der heutigen Zeit zu tolerieren, gerade aber nicht in jenem Land, wo viele Nachfahren dieser Opfer leben und ausgerechnet dort, oft nicht die Willkommensten waren. In Israel, dessen Gründungsvater Ben Gurion im Zusammenhang mit Überlebenden des Holoaust verächtlich von „Menschenstaub“ sprach.

Es wäre eine erneute Verhöhnung von eben „unseren“ Opfern, wenn man quasi in ihrem Namen als Legitimation heutiges Unrecht gegenüber den Menschen in den besetzten Gebieten ignorierte oder gar begünstigt, z.B. durch Geschäfte mit Waffen aus Familien Betrieben wo Vorfahren jener zu Tode gebracht wurden die heute möglicher Weise als Unterdrücker auftreten. Soll sich so der Kreis schließen?

Perversion der Geschichte, Dialog als Motto, oder nur dialogisches Prinzip?

Doch leuchten darf hier nur die goldene Kuppel Jerusalems, die, wer es noch nicht wissen sollte eines der höchsten muslimischen Heiligtümer ist, jener Felsen Dom und nicht etwa der Schimmer eines jüdischen Tempels.

Fehlt es uns schlicht an Informationen? Schwierige Zusammenhänge? Nein, Es ist offensichtlich. Hinschauen, hinterfragen, nachdenken, handeln!

ANWENDUNGSDOKTRIN „urban battlefiled“

Entsprechend der Doktrin, dass diese „intelligenten“ Waffen die besten für das moderne Schlachtfeld in urbanem Umfeld sind, entlarven sich ortsansässige Rüstungsbetriebe und ihre Teilfirmen selbst, indem sie ihre Geräte z.B. als besonders wirkungsvoll in jenen urbanen Strukturen preisen. s.a.

„SPIKE“ ein Erfolgsmodell von Eurospike, New Company, EuroSpike GmbH, established at EUROSATORY

„These systems have several unique features which the Israeli Defence Forces, a.o……., and have found to be the most suitable system for the modern battlefield and military operations in urban terrain (MOUT)“.

Hierzu passen nahtlos Aussagen jenes Generals, der in Überlingen badische Gastfreundschaft genoss.

„… In der Depesche wird Gabi Aschkenazi (der oberste Generalstabschef Israels) mit den Worten zitiert, bei einer möglichen neuen Offensive werde Israel „keine Beschränkungen seiner Kriegsführung in bewohnten Gebieten“ akzeptieren.“

Aus: Focus | 02.01.2011

Video zum Thema MOUT | Military Operationon on Urbanized Terrain

Israeli army using mock city to prepare for future conflicts in urban environment

In ihrer Erklärung von 2004 führen die Gesellschafter aus:

„DIEHL Munitionssytem GmbH(DMS), Rheinmetall Defence Electronics GmbH (RDE) and RAFAEL Ltd./Israel, Haifa signed an agreement today establishing a new company, EuroSpike GmbH, which will serve as the prime contractor for the EuroSpike Family of missiles for European customers.

Quelle: Presseerklärung 15. Juni 2004 zur Zusammenarbeit von DIEHL Munitionssystme GmbH, Rheinmetall Defence und RAFAEL Ltd. Auf der homepage von Eurospike Dez. 2010 | ebenso auf den Seiten von DIEHL und RAFAEL.

Dass der israelische Rüstungskonzern RAFAEL im europäischen Markt über die Holländische Firma ERCAS B.V. die ihr zu 100 Prozent gehört an dem Projekt beteiligt ist macht die Sache um so heikler. Schließlich findet man dieses Waffensystem ausführlich beschrieben auch auf der homepage von RAFAEL, wo deren Anwendungskapazität für die IDF der israelischen Armee gepriesen wird. In Europa?

„The sharing of knowledge and experience accumulated by all of the SPIKE users is extremely useful and important,” says Dr. Shaul Attar, Director of RAFAEL’s Anti-Armor Systems Directorate. “Our future interests lie in using that knowledge and experience to produce an even better product at a lower price. If the User’s Club can help us do that, then we’ve succeeded.”

Quelle: Spike User Club | Established vom israelischen Rüstungskonzern | homepage Rafael Stand Dez. 2010

Alles natürlich unter dem Aspekt des Legitimierten und der medial vorbereiteten Rechtfertigung wegen globalen Terrors. Heute sind diese Scheinargumente quasi als „Tagesgeschäft“ zu erledigen. „Terrortestläufe“ inklusive als Einstimmung der Bevölkerung auf Weiteres…..

Wir machen uns doppelt schuldig. An dem was wir feierlich „historische Verantwortung als Deutsche“ nennen und hier nicht erkennen und dem was möglicher Weise mit deutschen Rüstungsprodukten in der Welt, hier Israel angestellt sprich vernichtet wird.

Deswegen aber Schweigen oder sich gar in die Nähe von Geschichtsklitterung begeben, indem man sich dem Staat Israel in kritikloser Loyalität ergeben zeigt?

WEGE zum KRIEG?

Die Litanei mantrisch gebeteter Ressentiments gegen die „Achsen des Bösen“ und ihrer Zuordnungsbreite in riesigen ethnischen Kollektiven schaffen jenes Konfliktpotential, welches man dann in Form des Terrors bekämpft. Eine neue Kriegsdoktrin: Schaffe den Konflikt, der „dich“ dann bedroht, um ihn zu bekämpfen. Über die Mechanismen dieser Zusammenhänge ist schon viel nachgedacht worden. Es ist nicht nötig diese hier weiter auszuführen.

Kollateralschäden gibt es fast nicht mehr (so zumindest die Doktrin), weil der Krieg der Zukunft asymmetrisch im urbanen Umfeld stattfindet (Military Operation in Urbanized Terrain) und vor allem die Hightechwaffe im Verbund mit Zielerfassung und Infrarotsuchkopf punktgenau mitten auch ins Zivile trifft. Monthy Pythons Film „Brazil“ läßt grüßen. Terror als Alltag. Wer Gut und wer Böse ist, entscheidet der Mann am Joystick, ein „erwachsener“ Junge fern des Kriegsschauplatzes.

Dort, wo der Horror der Perfektion, „der Wahnsinn der Normalität“ (Arno Grün) und der „bestmögliche“ Schutz der Zivilbevölkerung zum Alltag wird und in der Perversion gipfelt: Weil Zivilbevölkerung immer potentiell Unterstützer von Terror ist, da sie unter Terroristen oder Terroristen unter dieser lebt. Perversion der Ziele und ihrer Erfassung.

Deswegen schweigen?

Libanon- und Gazakrieg waren jene „Hightech“ Kriege in einer dicht besiedelten urbanen Strukturen mit tausenden von Opfern und zehntausenden von Verletzten und Traumatisierten durch Fliegerbomben und Lenkflugkörpern.

s.a. DIEHL BGT DEFENCE Lenkflugkörper, EUROSPIKE, Kooperation mit RAFAEL

ZUR ÜBERLINGER LOKAL POLITIK

Aus welcher Motivation heraus lassen sich zwei Lokalpolitiker mit jungen israelischen und willkommenen Gästen vor einer Jugendherberge* abbilden, die als Namensträger jene des jüdischen Philosophen Martin Bubers trägt und unmittelbar vor den Toren jenes ortsansässigen Betriebes anschließt, welcher mit Israel Rüstungsgeschäfte unterhält? Menschen aus einem Land in dem junge Erwachsene ihr M-16 Schnellfeuergewehr so selbstverständlich und demonstrativ umgürtet haben wie hier die jungen Leute ihren i Pod.

* Seit 35 Jahren soll sie lt. Stiftung der deutsch – jüdischen Begegnung dienen. Warum erst jetzt in einer missverständlichen Weise? Nicht jeder Israeli ist Jude und nicht jede deutsch-jüdische Begegnung hat etwas mit Israel zu tun.

Statt sich aber über Militarismus auseinander zu setzten, also Pazifismus zu bemühen, oder gar die Funktion der IDF (Israelischen Defense Forces) als widerrechtliche brutale Besatzungsmacht* in den besetzten Gebieten näher zu beleuchten, wird hier der „bubersche Dialog“ um einen „Vergleich des Militärs in beiden Ländern“** geführt!

*s.a. „Breaking the silence“ | Organisation von Soldaten der israelischen Armee, die ihren Dienst in den besetzten Gebieten verweigern und hierüber publizieren.
** Zitat Südkurier vom 31.08.2010.

Heute soll also Buber als Hintergrundlegitimation in Überlingen am Bodensee dienen, für einen Dialog der die militärische Stärke zweier Länder thematisiert, zwischen Deutschland, welches die jüdische Katastrophe und Israel, welches die Katastrophe der Palästinenser verursacht hat?

Mehr als Hintergrundrauschen ist da nicht zu vernehmen. Was sich allerdings bei genügender Suche auffinden lässt sind die dunkelsten Teilchen kollektiver Geschichte, übermalt mit der Frohlockung des „heiligen Landes“ hin zu Tochter Zion.

Es mag purer Zufall sein dass ein knappes Jahr vorher der israelischer Generalstabschef, den deutsche Anwälte vergeblich „Dingfest“ machen wollten, als „Kurzzeitgast“ in Überlingen weilte.

Dort, wo auf jüdischen Kulturtagen kurze Zeit später die Flagge eines Apartheit Staates*, der auf dem Prinzip: Ein Volk, eine Religion, ein Land beruht, in einer ortsansässigen Bank inszeniert wird. Hatte man vergessen (die deutsche) Flagge zu zeigen, sprich Verantwortung zu praktizieren?

*Als solchen bezeichnen viele israelische Bürger ihren eigenen Staat Israel schon lange und nicht nur israelische Historiker, Intellektuelle und Wissenschaftler.

„Wenn die enormen Zerstörungen im Gazastreifen bekannt werden, kann ich nicht mehr als Tourist nach Amsterdam gehen, sondern nur noch um vor dem internationalen Gerichtshof in Den Haag zu erscheinen.“

anonymer iraelischer Minister | Quelle: Der Semit | Buchankündigung: Gaza, Mensch bleiben

Oder waren es hier die Stadthalter der Betriebe am Ortsrand die eitel Sonnenschein verbreiten (sollen) im Rahmen einer Israel solidarischen Veranstaltung, zur Hebung deutscher Befindlichkeit und Identität, die in der Aussage gipfelt: „Wir wollen sie in die Welt Israels entführen“. Südkurier vom 06.09.2008

Wer will wen wohin und warum auch noch entführen?

Diese Worte des Bankdirektors mögen nett gemeint sein, spiegeln aber auf fatale Weise sprichwörtlich deren unbewussten Verführungscharakter wieder. Als Kenner „seiner“ Hypotheken erweist er sich als erschreckend Unwissender um die Hypotheken, welche sich der Staat Israel nicht nur mit der völkerrechtswidrigen „Besiedelung“ und Besatzung des sog. Westjordanlandes aufgebürdet hat. Oder gibt es etwa genehme und weniger genehme Schulden?

Eine Spendenübergabe für jüdische Kulturtage und eine KZ Gedenkstätte vor einer israelischen Staatsflagge in einer Bank eines Rüstungsbetrieb Standortes in Deutschland zu inszenieren, ist fast so, als frage man sich verwundert, warum „den Juden“ das ihnen lt. Bibel zustehende heilige Land (Erez Israel) immer noch nicht ganz gehöre. Schließlich ist dieser „Scheck“, via Grundbucheintrag in der Bibel ja schon lange genug ausgestellt.

„Wenn das Geld im Kasten klingt, die Seele in den Himmel springt.“

Johannes Tetzel, 1517 Zum Ablasshandel

Nichtsahnend oder wissen wollend, dass genau dieses Verhalten dem Staate Israel eher zum Schaden gereichen kann als eine klare und auf Fakten basierenden Kritik. Wenn das deutsche Staatsräson sein soll, wird man jene in Zukunft möglicherweise als zum Schaden für Israel begreifen. Denn was an Millionen von jüdischen Menschen verbrochen wurde, lässt sich in keiner Weise mehr gut machen. Schon gar nicht mit einer geheuchelten Freundschaft in problematischer Beziehung.

Geschichte passiert nicht einfach, sie wird von Menschen „gemacht“. So wie palästinensische Siedlungen und Dörfer nicht einfach von selbst verschwunden sind, bevor man an ihrer Stelle israelische Parks und Städtchen baute.* Alt -Neu. Wird auf jene fatale Weise unter dem Preis der Auslöschung der Erinnerung an die Anderen, hier die Palästinenser, zeitgenössische Geschichte mit jüdischem Leben in Überlingen „überbaut“?

Verdrängung unter dem Motto „Erinnerung“!? Völkerverständigung unter dem Ausschluss von bestimmten Opfern?

*Jeff Halper | Ein Israeli in Palästina S. 27/28/39

Es ist zu wünschen, dass zu den „jüdischen Spuren in Überlingen“ auch jene jahrelange Rüstungsgeschäftlichen Verbindungen mit Israel thematisiert werden, wie auch jener Besuch des höchsten israelischen, jüdischen Militärs hier in unserer Stadt.

Wenige Monate nach jenem „einmaligen Ereignis“ welches aller bisherigen Kriegshistorie spottet, da unter perverser medialer Aufbereitung, vor unseren Augen der count down der Menschlichkeit herunter gezählt wurde. Der Gaza Krieg 2008/09

Transparenz ist notwendig um zu verstehen, wie es zu der Beschiessung von Israelischem Gebiet durch selbstgebaute Raketen gekommen ist. Anlässe, die Israel auch mit seinem Verhalten und seiner Besatzungs- und Diskriminierungspolitik selbst herbei geführt hat.

„… 43 Jahre Militärdiktatur über ein anderes Volk. Die sicherheitsmäßigen Argumente (Israels) erweisen sich als harmlos gegenüber dem Gegenargument: dass die Sicherheitslage sich von Vertreibung, der Beherrschung von Naturresourcen und den über die Lebenswelten fortwährend verhängten Restriktionen ableitet.“

Yitzhak Laor, israelischer Autor und Publizist in „Was die Israelis nicht wissen wollen“ in Haaretz 12.5.2010

Wer weiß, dass die Menschen in den besetzten Gebieten des Westjordanlandes bzw. der sog. palästinensischen Autonomiegebiete hierzulande als „Westbank“ bezeichnet für ihr Wasser doppelt soviel zahlen müssen wie illegal dort siedelnde radikale jüdische Siedler, die in luxuriösen Swimmingpools ihrer Siedlungsburgen baden und viermal mehr an Wasser verbrauchen. Quelle: B’tselem u.a.

Wer weiß, dass der Staat Israel in vielen Fällen der palästinensischen Bevölkerung dort regelrecht das Wasser abgräbt, fragt sich, unter welchem Aspekt der Dialog mit den israelischen Jugendlichen um die „Wasserproblemaktik Israels“ in Überlingen an der Bodenseewasserversorgung geführt wurde.

s.a. Südkurier vom 31.08.2010

Wer zudem weiß, dass Deutschland, hier der Überlinger Betrieb der Firma Diehl und Israel, gute Beziehungen im Rüstungsgeschäft pflegen und möglicher Weise gemeinsam entwickelte Waffen, also auch deutsche Waffen und Technik im militärischen Nahostkonflikt durch die Israelische Armee eingesetzt werden, dem müsste eigentlich ein Licht aufgehen. Weiß man das bisher nicht, oder beläßt man es beim unangenehm Ahnungsvollen?

Oder haben wir vergessen, dass der Schatten der jüngeren deutschen Geschichte im sogenannten Nahostfriedensprozess „behandelt“ wird und im Moment allerdings durch unser Schweigen noch größer zu werden scheint?

Was verschweigt diese Art des medial gelieferten „Dialoges“ einer Begegnung, der laut Buber gerade den Anderen, den „Fremden“ miteinbeziehen muss, hier also die unter israelischer unrechtmäßiger Besatzung leidende Bevölkerung, übermalt diesen vorgeblichen Dialog sogar und aus welchen Gründen?

„Die Befreiung liegt für uns nicht im Verdrängen, sondern in der Erinnerung, …. dabei dürfe nicht übersehen werden, dass auch heute in anderen Teilen der Welt die Kriege und Menschenrechtsverletzungen weitergingen und viele Opfer forderten.“

Max Mannheimer (Moshe Ben Jakov) | in der Süddeutschen Zeitung 02.05.2010

Welches Maß an Verdrängung aktueller Geschichte unter dem Aspekt des „Jüdischen“ und „Erinnerungsarbeit“ sind Politiker gewillt noch immer zu lancieren?

„Im Gegensatz zur rassistischen Exklusivität des politischen Zionismus war für den humanistischen Zionismus von Martin Buber ein gemeinsamer jüdisch-palästinensischer Staat das Ideal, weshalb er sich für die Rückkehr der Flüchtlinge engagierte. Heute gehen einige progressive Juden so weit, daß sie aus Protest ihr eigenes »ungewolltes« Rückkehrrecht nach Israel ablehnen. Im August 2002 veröffentlichten sie im britischen Guardian einen gemeinsamen Brief, in dem sie den Verzicht begründen: »Wir betrachten es als moralisch falsch, daß dieser rechtliche Anspruch uns gegeben sein sollte, während genau diejenigen, die das größte Recht auf eine echte ›Rückkehr‹ haben sollten, weil sie zur Flucht gezwungen oder terrorisiert waren, davon ausgeschlossen sind.“

Aus: AG Friedensforschung | Universität Kassel | „Das Rückkehrrecht der palästinensischen Flüchtlinge

Was Notwendig ist:

Freundschaftliche Verbundenheit zu Israel und den Palästinensern und klare Kritik, da wo es offensichtlich angezeigt ist.

Die Duldung von Menschenrechtsverletzungen, die Nicht Anerkennung von Uno Resolutionen und internationalem Recht hilft Israel nicht! Es schadet ihm bis hin zur Bedrohung seiner eigenen Existenz, entsprechender Weise in jenem Ausmasse wie Israel die Existenz der Palästinenser seit seiner Gründung bedroht.

Wenn 26 europäische „Elder Statesmen“, darunter unser ehemaliger Bundespräsident Richard von Weizsäcker, Altkanzler Helmut Schmidt, Javier Solana, Romano Prodi u.v.a. die Besatzungspolitik Israels scharf verurteilen und die Europäische Gemeinschaft zu Sanktionen aufrufen (im November 2010) sollte dies auch bis nach Überlingen am Bodensee durchgedrungen sein. Quelle:

Andernfalls könnten die „jüdischen Spuren in Überlingen“ zur Plattitüde verkommen. Ein fragwürdiges und hilfloses Ratespiel am Rande des Provinziellen mit irreführender Tendenz, jenseits der Zeit aktuellen Geschichte. Ein Melodram der Ängstlichkeit vor jenen Hightech Manager die sich in allgemeiner Landschaftspflege ergehen.

Warum hält manch einer auf einmal so viel vom „Jüdischen“ und „Israelischen“ in Überlingen. Zumindest das „Jüdische“ ein Abstraktum für jene die es holpernd in den Mund nehmen auf ihrem Schleichweg hin zur Ergötzung an Zion. Auf rein jüdischen Autobahnen der Okupationsinszenierung Israels vergessen Jene die sich im „heiligen Land“ wähnen, ihre Eintrittskarte zur Erinnerung an die Folgen ihrer eigenen einspurigen Gedächtnisarbeit. Oder wollen sie diese erst gar nicht lösen?

Was will man hier nicht sehen? Oder was sieht man nur ausschließlicher Weise und warum?

„Jüdische Geschichte in Überlingen“ als Nebelbombe zur Verschleierung der Rüstungsgeschäfte mit Israel? Die Besatzungsmacht in der Retouche am Bodensee zur Reinwaschnung alter Schuld? Ritualmord am Sohn der Erinnerung? Er hatte zwei Namen: „Nachdenken“ und „ungeteilte Erinnerung“. Der diese Losung vergisst, schafft neue Schuld.

Spekulation, verkehrte Welt, Fiktion oder alles halb so schlimm?

Die Antwort eines Israelis und Juden.

„Es wird zudem, nicht wenige jüdische Israelis geben, die auf eine geborgt – angeeignete „jüdische“ Identität von Deutschen mit einigem neuralgischen Argwohn reagieren dürften; man fühlt sich unangenehm berührt, wenn Deutsche übertrieben auf „Jüdisches“ abfahren. Assoziationen kommen auf.“

Prof. Moshe Zuckermann, israelischer Soziologe und Professor für Geschichte und Philosophie an der Universität Tel Aviv | Leitung des Institut für Deutsche Geschichte an der Universität Tel Aviv 2000-2005 in:“ Antisemit, ein Vorwurf als Herrschaftsinstrument“ S.158

Israels Politik betreffs der von ihm seit über 40 Jahren besetzten Gebiete, sein Narrativ des: „Uns als auserwähltes Volk Gottes gehört das gelobte Land“ vorbehaltlos zu unterstützen, spiegelt im Grunde jenen dunkelsten Teil unserer eigenen Geschichte, in dem das Ressentiment dem Anderen, dem Fremden gegenüber aufersteht wie ein Phönix aus seiner Asche. Denn der Andere hat noch nie zum „Auserwählten“ gepasst, er war mindestens Störfaktor.

Der typische Vorgang des xenophobischen, der das Andere und den Anderen entweder gerne so hätte, dass er/es sich ihm gleiche oder wenn nicht, dann eben diesen gerne los werden will.

So lange dies nicht der Fall ist erfolgt Leugnung der Fakten in anbiedernder Weise und Tabuisierung aktueller Geschichte.

ERINNERUNG

Unzählige israelische Militäraktionen fordern bereits seit dem Jahre 2000 über sechstausend (Quelle: B’tselem, gößte israelische Friedensorganisation) Opfer in den besetzten und abgeriegelten Gebieten der Westbank (ca. 2,5 Mill. Menschen) und des Gazastreifen (ca. 1,5 Mill. Menschen), nach Aussage eines katholischen Geistlichen das „größte Freiluftgefängnis der Welt“. Der Volksaufstand, die Intifada der Palästinenser gegen ihre fortlaufende Unterdrückung, Diskriminierung und Vertreibung, forderte im Gegenzug auch mehrere hundert Opfer auf Seiten der israelischen Bevölkerung.

In Gaza leben 1,5 Millionen Palästinenser unter erbärmlichen und unmenschlichen Bedingungen und sind völlig von der Aussenwelt abgeschnitten. Seit der Bombardierung im Januar 2008 durch Israel ist es noch schlimmer geworden, denn 4’000 Wohnhäuser wurden komplett zerstört und 50’000 schwer beschädigt, einschliesslich 200 Schulen, 800 Industriebetriebe, mehrere Spitäler, 39 Moscheen und zwei Kirchen. Tausende Tonnen Bomben, einschliesslich Phosphorbomben und DIME (Dense Inert Metal Explosive) wurden im Verlauf des dreiwöchigen Feldzugs gegen eine praktisch wehrlose Bevölkerung über den Gazastreifen, dem bevölkerungsdichtesten Gebiet der Welt, abgeworfen.

Nach letzten amtlichen Zählungen wurden ca. 1.400 Personen getötet, von denen es sich bei 40 Prozent um Kinder handelte. Weitere 5.300 wurden verwundet, verstümmelt und amputiert. 80 Prozent der Verwundeten sind Opfer von Phosphorbomben, die schwerste Verbrennungen verursachen. Die UN berichtet von mehr als 50.000 obdachlosen Palästinensern, die provisorisch in 50 Notunterkünften untergebracht werden mussten. Weitere rund 50.000 haben Unterkunft bei Verwandten gefunden oder leben in Zelten, die auf den Ruinen ihrer Häuser errichtet wurden.

„Ich glaube nicht, dass alle Kinder und Frauen im Gazastreifen Terroristen sind. Auch nicht jene, die zum Arzt oder zur Universität wollen, die zur Kirche zum Beten gehen. Um der Liebe Gottes willen, das sind doch nicht alles Terroristen! Wir sagen ja auch nicht, dass alle Israelis Terroristen seien, nur weil ein Israeli Jitzak Rabin umgebracht hat. Natürlich gibt es sowohl unter Israelis als auch unter Arabern oder Afrikanern Wahnsinnige. So ist der Mensch. Wir müssen uns darum überlegen, was wir tun können, um solche Strömungen einzudämmen – wie wir die Ursachen dafür beseitigen können.“

„Vielmehr brauchen wir den beherzten Einsatz der Christen in der Welt für echte Gerechtigkeit, für wahren Frieden in dieser Region. Die Leute müssen den Mut haben, die Wahrheit zu sagen und Lösungen vorzuschlagen, die allen helfen: Juden, Muslimen und Christen. Wer das Heilige Land und seine Bewohner wirklich liebt, der muss sich bewegen.

Erst wenn wir hier stabilen Frieden haben, kommen auch unsere Christen wieder zur Ruhe.“

Fouad Twal, Lateinischer Patriarch von Jerusalem | in Die Tagespost | katholische Zeitung für Politik Gesellschaft und Kultur | 18.03.2010