Essay

METHODEN

Die Methode der Umerziehung (in sog. westlichen freiheitlichen Demokratien) ist dann geglückt, wenn den Menschen die die Möglichkeit einer solchen bestreiten, andere Inhalte als die für wahr angenommenen nicht mehr zugänglich sind. Durch Selbstformatierung und der täglichen Bombardierung mit manipulativen suggestiven Prämissen wird die Möglichkeit einer Überprüfung anderer Ansichten unterminiert. Die eigene und einseitige Sicht wird in oft irrationaler Weise verteidigt.

Aus jenen, den Umerzogenen sich verbergenden Gründen, der sie eine feindliche Haltung gegenüber jeder Sphäre einnehmen lässt, die der eigenen Überzeugung widerspricht und nur aus Gründen der Täuschung aufgelegt sei.

Die Gründe die ihnen verborgen sind, liegen in den Memen und Narrativen die von Anderen (Medien, Historikern, Politikern) nachhaltig ausgestreut wurden und werden, um ein bestimmtes Verhalten z.B. Besiegter oder generell zu Manipulierender zu bewerkstelligen.

Also wird Selbsttäuschung (die des Umerzogen) auf sein Gegenüber projeziert und dort, als Unwahr bzw. gefährlich identifiziert, wodurch die Offenbarung der Täuschung für ihn selbst (dem Umerzogenen) nun gebannt scheint. Letztlich geht es um das Entkoppelung des Menschen von seiner eigenen Einsicht- und Erkenntnisfähigkeit zu Gunsten anderer Ansichten und Verhaltensweisen, als die ihm originär möglichen und gewollten.

Dieser Vorgang ist ein Instrument der Kybernetik   bzw.   Social Engineering

s.a. kollektives Gedächtnis

Shoaismus

Holocaust-Mem

Falsche Erinnerung

Memorizid

 

 

Minderheit als Sündenbock?

Es wirkte fragwürdig, als Landesrabbiner a.D. Dr. Joel Berger, die in Israel gegen eine verfehlte wirtschafts- und Sozialpolitik protestierenden Menschen als eine Bewegung abtat, die nicht politisch sei. Dies wollten Korrespondenten nur so darstellen. Der Protest der wegen dem gestiegenen Preis für Hüttenkäse begonnen hätte und sich jetzt u.a. gegen Wohnungsüberteuerung richte sei doch kein politischer Widerstand. Die teilnehmenden Menschen würden alles kritisieren von Netanjahu bis Liebermann und Demo üben. Man imitiere Rebellion auf dem Rothschild Boulevard, der Protest sei politisch gemünzter gesellschaftlicher Aktivismus, da solle jeder auf dem Teppich bleiben.

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Sperrzonen – Israels Architektur der Besatzung von Eyal Weizman

Sperrzonen.  Israels Architektur der Besatzung

Autor:  Eyal Weizman / Aus dem Englischen übersetzt von Sophia Deeg und Tashy Endres | Verlag: Edition Nautilus Verlag Lutz Schulenburg, Hamburg (2009) | ISBN:  978-3-89401-605-0 | Erschienen August 2009 / Neuauflage, Großformatige Klappenbroschur, 384 Seiten, davon 32 Seiten Vierfarbillustrationen, € (D) 24,90 / € (A) 25,60

 

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ANWENDUNGSDOKTRIN „urban battlefiled“

Entsprechend der Doktrin, dass diese „intelligenten“ Waffen die besten für das moderne Schlachtfeld in urbanem Umfeld sind, entlarven sich ortsansässige Rüstungsbetriebe und ihre Teilfirmen selbst, indem sie ihre Geräte z.B. als besonders wirkungsvoll in jenen urbanen Strukturen preisen. s.a.

„SPIKE“ ein Erfolgsmodell von Eurospike, New Company, EuroSpike GmbH, established at EUROSATORY

„These systems have several unique features which the Israeli Defence Forces, a.o……., and have found to be the most suitable system for the modern battlefield and military operations in urban terrain (MOUT)“.

Hierzu passen nahtlos Aussagen jenes Generals, der in Überlingen badische Gastfreundschaft genoss.

„… In der Depesche wird Gabi Aschkenazi (der oberste Generalstabschef Israels) mit den Worten zitiert, bei einer möglichen neuen Offensive werde Israel „keine Beschränkungen seiner Kriegsführung in bewohnten Gebieten“ akzeptieren.“

Aus: Focus | 02.01.2011

Video zum Thema MOUT | Military Operationon on Urbanized Terrain

Israeli army using mock city to prepare for future conflicts in urban environment

In ihrer Erklärung von 2004 führen die Gesellschafter aus:

„DIEHL Munitionssytem GmbH(DMS), Rheinmetall Defence Electronics GmbH (RDE) and RAFAEL Ltd./Israel, Haifa signed an agreement today establishing a new company, EuroSpike GmbH, which will serve as the prime contractor for the EuroSpike Family of missiles for European customers.

Quelle: Presseerklärung 15. Juni 2004 zur Zusammenarbeit von DIEHL Munitionssystme GmbH, Rheinmetall Defence und RAFAEL Ltd. Auf der homepage von Eurospike Dez. 2010 | ebenso auf den Seiten von DIEHL und RAFAEL.

Dass der israelische Rüstungskonzern RAFAEL im europäischen Markt über die Holländische Firma ERCAS B.V. die ihr zu 100 Prozent gehört an dem Projekt beteiligt ist macht die Sache um so heikler. Schließlich findet man dieses Waffensystem ausführlich beschrieben auch auf der homepage von RAFAEL, wo deren Anwendungskapazität für die IDF der israelischen Armee gepriesen wird. In Europa?

„The sharing of knowledge and experience accumulated by all of the SPIKE users is extremely useful and important,” says Dr. Shaul Attar, Director of RAFAEL’s Anti-Armor Systems Directorate. “Our future interests lie in using that knowledge and experience to produce an even better product at a lower price. If the User’s Club can help us do that, then we’ve succeeded.”

Quelle: Spike User Club | Established vom israelischen Rüstungskonzern | homepage Rafael Stand Dez. 2010

Alles natürlich unter dem Aspekt des Legitimierten und der medial vorbereiteten Rechtfertigung wegen globalen Terrors. Heute sind diese Scheinargumente quasi als „Tagesgeschäft“ zu erledigen. „Terrortestläufe“ inklusive als Einstimmung der Bevölkerung auf Weiteres…..

Wir machen uns doppelt schuldig. An dem was wir feierlich „historische Verantwortung als Deutsche“ nennen und hier nicht erkennen und dem was möglicher Weise mit deutschen Rüstungsprodukten in der Welt, hier Israel angestellt sprich vernichtet wird.

Deswegen aber Schweigen oder sich gar in die Nähe von Geschichtsklitterung begeben, indem man sich dem Staat Israel in kritikloser Loyalität ergeben zeigt?

WEGE zum KRIEG?

Die Litanei mantrisch gebeteter Ressentiments gegen die „Achsen des Bösen“ und ihrer Zuordnungsbreite in riesigen ethnischen Kollektiven schaffen jenes Konfliktpotential, welches man dann in Form des Terrors bekämpft. Eine neue Kriegsdoktrin: Schaffe den Konflikt, der „dich“ dann bedroht, um ihn zu bekämpfen. Über die Mechanismen dieser Zusammenhänge ist schon viel nachgedacht worden. Es ist nicht nötig diese hier weiter auszuführen.

Kollateralschäden gibt es fast nicht mehr (so zumindest die Doktrin), weil der Krieg der Zukunft asymmetrisch im urbanen Umfeld stattfindet (Military Operation in Urbanized Terrain) und vor allem die Hightechwaffe im Verbund mit Zielerfassung und Infrarotsuchkopf punktgenau mitten auch ins Zivile trifft. Monthy Pythons Film „Brazil“ läßt grüßen. Terror als Alltag. Wer Gut und wer Böse ist, entscheidet der Mann am Joystick, ein „erwachsener“ Junge fern des Kriegsschauplatzes.

Dort, wo der Horror der Perfektion, „der Wahnsinn der Normalität“ (Arno Grün) und der „bestmögliche“ Schutz der Zivilbevölkerung zum Alltag wird und in der Perversion gipfelt: Weil Zivilbevölkerung immer potentiell Unterstützer von Terror ist, da sie unter Terroristen oder Terroristen unter dieser lebt. Perversion der Ziele und ihrer Erfassung.

Deswegen schweigen?

Libanon- und Gazakrieg waren jene „Hightech“ Kriege in einer dicht besiedelten urbanen Strukturen mit tausenden von Opfern und zehntausenden von Verletzten und Traumatisierten durch Fliegerbomben und Lenkflugkörpern.

s.a. DIEHL BGT DEFENCE Lenkflugkörper, EUROSPIKE, Kooperation mit RAFAEL

WAS IN ÜBERLINGEN PASSIERT

>> Artikel in der ZEIT vom 04.11.2010

>> Ausbildung deutscher Luftwaffenpiloten in Israel | 3sat Bericht

  • Initiatoren aus Politik und Gesellschaft entdecken Spuren „eines geistigen  jüdischen Zentrums“ in Überlingen im ausgehenden Mittelalter. Man versucht unter dem Motto: „Niemals wieder“ deutsch-israelischen und jüdisch-christlichen Dialog. Zwei Lokalpolitiker bemühen sich mit jungen Israelis um einen „Vergleich des Militärs in beiden Ländern“ s.a. Südkurier vom 31.08.2010 und um die „Wasserproblematik Israels„. Dies an der örtlichen Jugendherberge „Martin Buber“, unmittelbar vor den Toren des Rüstungsbetriebes DIEHL BGT DEFENCE. Dieser ist vor allem in der „Waffenreihe“ SPIKE, die auch im letzten GAZA Krieg, im Libanon Krieg und unter der letzten Intifada (Volksaufstand der Palästinenser gegen die israelische Besatzung) von der israelischen Armee verwendet wurde, Kooperationspartner (lt. Presseinformation für den europäischen Rüstungsmarkt) der größten israelischen Waffenfirma RAFAEL (über deren holländischen Tochter ERCAS B.V.)  Ein Filmprojekt 2011 soll hiesige Jugend in das lokale Narrativ der „jüdischen Spuren“ integrieren, was anschließend israelischen Jugendlichen als geschichtliche „Anbahnung“ unter dem Aspekt „Völkerverständigung“ vorgestellt werden soll.  Hierzu bemüht man Martin Buber mit seinem Ausspruch: „Alles wirkliche Leben ist Begegnung“.
  • Das „heiße Eisen“, die Firma DIEHL BGT  DEFENCE vor Ort in Überlingen am Bodensee als Rüstungskooperationspartner der israelischen Rüstungsschmiede RAFAEL (via der holländische Tochter ERCAS B.V.) und Israel als Besatzungsmacht, als Menschenrecht verletztender Staat der zahlreiche UNO Resolutionen negiert, der sich weigert die Rechtssprechung des Internationalen Gerichtshof in Den Haag Folge  zu leisten, der Völkerrecht massiv und nachhaltig verletzt, Land und Wasser der palästinensischen Bevölkerung raubt und deren Häuser in zehntausenden Fällen zerstört und die  palästinensischen Bewohner vertreibt und tötet, Israel als Apartheidsstaat wurde bisher von der Lokalpolitik nicht nur völlig ausgeklammert, sondern sogar noch „beworben“.
  • In einer örtlichen Bank wird während den Überlinger jüdischen Kulturtagen im Rahmen des Europäischen Tages der Jüdischen Kultur 2009 von der Bürgermeisterin, Lokalpolitikern und Honoratioren vor der Staatsflagge Israels ein Scheck ausgetauscht. s.a. Südkurier vom 08.09.2009. (8 Monate nach dem GAZA Krieg). Einen Monat später wurde der Generalstabschef, der wegen ihrem unverhältnismäßigen und brutalen Vorgehen im Gazakrieg 2008/2009 weltweit geächteten israelischen Armee in Überlingen am Bodensee von dem „Überlingen Fan“ und damaligen Generalinspekteur der Bundeswehr Schneiderhahn hofiert. s.a. Südkurier vom 29.10.2009. Nur wenige Monate zuvor hat diese Armee fast eintausendvierhundert palästinensische Menschen getötet, darunter 350 Kinder. Die Mehrheit der Opfer waren Zivilisten. Fast 5000 Häuser wurden zerstört und über 5000 zum Teil schwerst verletzte Menschen sind zu beklagen. Größte Schäden wurden an der Infrastruktur des Gaza Streifens angerichtet, welches die dortige Zivilbevölkerung in ihrem total abgeriegelten Gebiet in noch tiefere Not und Elend mittels einer kollektiven Bestrafung stürzt.

„Das Schicksal der Israelischen Volkes ist untrennbar verbunden mit dem der Palästinenser. Vielleicht hat Deutschland ja die Pflicht den Israelis zu helfen zu einem Frieden mit den Palästinensern zu kommen.“

Daniel Barenboim, in 3 sat | international anerkannter Dirigent und Musiker, Initiator und Leiter des west-östlichen Diwan Orchesters.  . s.a. Meine Heimat, eure Heimat

Kein wesentliches Wort aber bisher in Überlingen am Bodensee zu dem, was unmittelbar zur jüdischen Kultur in Deutschland, vor allem aber aus deren Entstehungskontext heraus  – zur jüdischen und israelischen Geschichte und zum Verhältnis Deutschland – Israel  mit dazu gehört:

Das Drama des palästinensischen Volkes, seine fortwährende Unterdrückung, Zerstörung und Vertreibung durch den jüdischen Staat.

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„Ich wünsche mir, dass mein Land, Israel, die Kraft finden wird, seine Geschichte noch einmal neu zu schreiben. Dass es lernen wird, seiner Geschichte und seiner Tragödie auf eine neue Art und Weise zu begegnen und sich aus ihr heraus noch einmal neu zu erschaffen.“

David Grossmann, Friedenspreisträger des deutsche Buchhandels 2010 im SPIEGEL

Brief an Bundestagsabgeordnete <

WAFFEN, KNOW-HOW und SOFTWARE vom ÜBERLINGER SEE

oder

„DIE BESATZUNG MACHT KEINE SOMMERFERIEN“

Zitat aus dem Buch: „Ein Israeli in Palästina“ von Jeff Halper

Ein offener Brief an Politik und Gesellschaft um den „stillen Transfer“ deutsch – israelischer Beziehung und Geschichte in Überlingen am Bodensee.

Mit „stillem Transfer“ werden in Israel jene städtebaulichen Maßnahmen und Restriktionen bezeichnet, die entgegen internationaler Rechtssprechung darauf abzielen, palästinensische Bewohner aus ihren Lebensräumen und Häuser zu vertreiben und diese zu zerstören.
 

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ZUR ÜBERLINGER LOKAL POLITIK

Aus welcher Motivation heraus lassen sich zwei Lokalpolitiker mit jungen israelischen und willkommenen Gästen vor einer Jugendherberge* abbilden, die als Namensträger jene des jüdischen Philosophen Martin Bubers trägt und unmittelbar vor den Toren jenes ortsansässigen Betriebes anschließt, welcher mit Israel Rüstungsgeschäfte unterhält? Menschen aus einem Land in dem junge Erwachsene ihr M-16 Schnellfeuergewehr so selbstverständlich und demonstrativ umgürtet haben wie hier die jungen Leute ihren i Pod.

* Seit 35 Jahren soll sie lt. Stiftung der deutsch – jüdischen Begegnung dienen. Warum erst jetzt in einer missverständlichen Weise? Nicht jeder Israeli ist Jude und nicht jede deutsch-jüdische Begegnung hat etwas mit Israel zu tun.

Statt sich aber über Militarismus auseinander zu setzten, also Pazifismus zu bemühen, oder gar die Funktion der IDF (Israelischen Defense Forces) als widerrechtliche brutale Besatzungsmacht* in den besetzten Gebieten näher zu beleuchten, wird hier der „bubersche Dialog“ um einen „Vergleich des Militärs in beiden Ländern“** geführt!

*s.a. „Breaking the silence“ | Organisation von Soldaten der israelischen Armee, die ihren Dienst in den besetzten Gebieten verweigern und hierüber publizieren.
** Zitat Südkurier vom 31.08.2010.

Heute soll also Buber als Hintergrundlegitimation in Überlingen am Bodensee dienen, für einen Dialog der die militärische Stärke zweier Länder thematisiert, zwischen Deutschland, welches die jüdische Katastrophe und Israel, welches die Katastrophe der Palästinenser verursacht hat?

Mehr als Hintergrundrauschen ist da nicht zu vernehmen. Was sich allerdings bei genügender Suche auffinden lässt sind die dunkelsten Teilchen kollektiver Geschichte, übermalt mit der Frohlockung des „heiligen Landes“ hin zu Tochter Zion.

Es mag purer Zufall sein dass ein knappes Jahr vorher der israelischer Generalstabschef, den deutsche Anwälte vergeblich „Dingfest“ machen wollten, als „Kurzzeitgast“ in Überlingen weilte.

Dort, wo auf jüdischen Kulturtagen kurze Zeit später die Flagge eines Apartheit Staates*, der auf dem Prinzip: Ein Volk, eine Religion, ein Land beruht, in einer ortsansässigen Bank inszeniert wird. Hatte man vergessen (die deutsche) Flagge zu zeigen, sprich Verantwortung zu praktizieren?

*Als solchen bezeichnen viele israelische Bürger ihren eigenen Staat Israel schon lange und nicht nur israelische Historiker, Intellektuelle und Wissenschaftler.

„Wenn die enormen Zerstörungen im Gazastreifen bekannt werden, kann ich nicht mehr als Tourist nach Amsterdam gehen, sondern nur noch um vor dem internationalen Gerichtshof in Den Haag zu erscheinen.“

anonymer iraelischer Minister | Quelle: Der Semit | Buchankündigung: Gaza, Mensch bleiben

Oder waren es hier die Stadthalter der Betriebe am Ortsrand die eitel Sonnenschein verbreiten (sollen) im Rahmen einer Israel solidarischen Veranstaltung, zur Hebung deutscher Befindlichkeit und Identität, die in der Aussage gipfelt: „Wir wollen sie in die Welt Israels entführen“. Südkurier vom 06.09.2008

Wer will wen wohin und warum auch noch entführen?

Diese Worte des Bankdirektors mögen nett gemeint sein, spiegeln aber auf fatale Weise sprichwörtlich deren unbewussten Verführungscharakter wieder. Als Kenner „seiner“ Hypotheken erweist er sich als erschreckend Unwissender um die Hypotheken, welche sich der Staat Israel nicht nur mit der völkerrechtswidrigen „Besiedelung“ und Besatzung des sog. Westjordanlandes aufgebürdet hat. Oder gibt es etwa genehme und weniger genehme Schulden?

Eine Spendenübergabe für jüdische Kulturtage und eine KZ Gedenkstätte vor einer israelischen Staatsflagge in einer Bank eines Rüstungsbetrieb Standortes in Deutschland zu inszenieren, ist fast so, als frage man sich verwundert, warum „den Juden“ das ihnen lt. Bibel zustehende heilige Land (Erez Israel) immer noch nicht ganz gehöre. Schließlich ist dieser „Scheck“, via Grundbucheintrag in der Bibel ja schon lange genug ausgestellt.

„Wenn das Geld im Kasten klingt, die Seele in den Himmel springt.“

Johannes Tetzel, 1517 Zum Ablasshandel

Nichtsahnend oder wissen wollend, dass genau dieses Verhalten dem Staate Israel eher zum Schaden gereichen kann als eine klare und auf Fakten basierenden Kritik. Wenn das deutsche Staatsräson sein soll, wird man jene in Zukunft möglicherweise als zum Schaden für Israel begreifen. Denn was an Millionen von jüdischen Menschen verbrochen wurde, lässt sich in keiner Weise mehr gut machen. Schon gar nicht mit einer geheuchelten Freundschaft in problematischer Beziehung.

Geschichte passiert nicht einfach, sie wird von Menschen „gemacht“. So wie palästinensische Siedlungen und Dörfer nicht einfach von selbst verschwunden sind, bevor man an ihrer Stelle israelische Parks und Städtchen baute.* Alt -Neu. Wird auf jene fatale Weise unter dem Preis der Auslöschung der Erinnerung an die Anderen, hier die Palästinenser, zeitgenössische Geschichte mit jüdischem Leben in Überlingen „überbaut“?

Verdrängung unter dem Motto „Erinnerung“!? Völkerverständigung unter dem Ausschluss von bestimmten Opfern?

*Jeff Halper | Ein Israeli in Palästina S. 27/28/39

Es ist zu wünschen, dass zu den „jüdischen Spuren in Überlingen“ auch jene jahrelange Rüstungsgeschäftlichen Verbindungen mit Israel thematisiert werden, wie auch jener Besuch des höchsten israelischen, jüdischen Militärs hier in unserer Stadt.

Wenige Monate nach jenem „einmaligen Ereignis“ welches aller bisherigen Kriegshistorie spottet, da unter perverser medialer Aufbereitung, vor unseren Augen der count down der Menschlichkeit herunter gezählt wurde. Der Gaza Krieg 2008/09

Transparenz ist notwendig um zu verstehen, wie es zu der Beschiessung von Israelischem Gebiet durch selbstgebaute Raketen gekommen ist. Anlässe, die Israel auch mit seinem Verhalten und seiner Besatzungs- und Diskriminierungspolitik selbst herbei geführt hat.

„… 43 Jahre Militärdiktatur über ein anderes Volk. Die sicherheitsmäßigen Argumente (Israels) erweisen sich als harmlos gegenüber dem Gegenargument: dass die Sicherheitslage sich von Vertreibung, der Beherrschung von Naturresourcen und den über die Lebenswelten fortwährend verhängten Restriktionen ableitet.“

Yitzhak Laor, israelischer Autor und Publizist in „Was die Israelis nicht wissen wollen“ in Haaretz 12.5.2010

Wer weiß, dass die Menschen in den besetzten Gebieten des Westjordanlandes bzw. der sog. palästinensischen Autonomiegebiete hierzulande als „Westbank“ bezeichnet für ihr Wasser doppelt soviel zahlen müssen wie illegal dort siedelnde radikale jüdische Siedler, die in luxuriösen Swimmingpools ihrer Siedlungsburgen baden und viermal mehr an Wasser verbrauchen. Quelle: B’tselem u.a.

Wer weiß, dass der Staat Israel in vielen Fällen der palästinensischen Bevölkerung dort regelrecht das Wasser abgräbt, fragt sich, unter welchem Aspekt der Dialog mit den israelischen Jugendlichen um die „Wasserproblemaktik Israels“ in Überlingen an der Bodenseewasserversorgung geführt wurde.

s.a. Südkurier vom 31.08.2010

Wer zudem weiß, dass Deutschland, hier der Überlinger Betrieb der Firma Diehl und Israel, gute Beziehungen im Rüstungsgeschäft pflegen und möglicher Weise gemeinsam entwickelte Waffen, also auch deutsche Waffen und Technik im militärischen Nahostkonflikt durch die Israelische Armee eingesetzt werden, dem müsste eigentlich ein Licht aufgehen. Weiß man das bisher nicht, oder beläßt man es beim unangenehm Ahnungsvollen?

Oder haben wir vergessen, dass der Schatten der jüngeren deutschen Geschichte im sogenannten Nahostfriedensprozess „behandelt“ wird und im Moment allerdings durch unser Schweigen noch größer zu werden scheint?

Was verschweigt diese Art des medial gelieferten „Dialoges“ einer Begegnung, der laut Buber gerade den Anderen, den „Fremden“ miteinbeziehen muss, hier also die unter israelischer unrechtmäßiger Besatzung leidende Bevölkerung, übermalt diesen vorgeblichen Dialog sogar und aus welchen Gründen?

„Die Befreiung liegt für uns nicht im Verdrängen, sondern in der Erinnerung, …. dabei dürfe nicht übersehen werden, dass auch heute in anderen Teilen der Welt die Kriege und Menschenrechtsverletzungen weitergingen und viele Opfer forderten.“

Max Mannheimer (Moshe Ben Jakov) | in der Süddeutschen Zeitung 02.05.2010

Welches Maß an Verdrängung aktueller Geschichte unter dem Aspekt des „Jüdischen“ und „Erinnerungsarbeit“ sind Politiker gewillt noch immer zu lancieren?

„Im Gegensatz zur rassistischen Exklusivität des politischen Zionismus war für den humanistischen Zionismus von Martin Buber ein gemeinsamer jüdisch-palästinensischer Staat das Ideal, weshalb er sich für die Rückkehr der Flüchtlinge engagierte. Heute gehen einige progressive Juden so weit, daß sie aus Protest ihr eigenes »ungewolltes« Rückkehrrecht nach Israel ablehnen. Im August 2002 veröffentlichten sie im britischen Guardian einen gemeinsamen Brief, in dem sie den Verzicht begründen: »Wir betrachten es als moralisch falsch, daß dieser rechtliche Anspruch uns gegeben sein sollte, während genau diejenigen, die das größte Recht auf eine echte ›Rückkehr‹ haben sollten, weil sie zur Flucht gezwungen oder terrorisiert waren, davon ausgeschlossen sind.“

Aus: AG Friedensforschung | Universität Kassel | „Das Rückkehrrecht der palästinensischen Flüchtlinge

Was Notwendig ist:

Freundschaftliche Verbundenheit zu Israel und den Palästinensern und klare Kritik, da wo es offensichtlich angezeigt ist.

Die Duldung von Menschenrechtsverletzungen, die Nicht Anerkennung von Uno Resolutionen und internationalem Recht hilft Israel nicht! Es schadet ihm bis hin zur Bedrohung seiner eigenen Existenz, entsprechender Weise in jenem Ausmasse wie Israel die Existenz der Palästinenser seit seiner Gründung bedroht.

Wenn 26 europäische „Elder Statesmen“, darunter unser ehemaliger Bundespräsident Richard von Weizsäcker, Altkanzler Helmut Schmidt, Javier Solana, Romano Prodi u.v.a. die Besatzungspolitik Israels scharf verurteilen und die Europäische Gemeinschaft zu Sanktionen aufrufen (im November 2010) sollte dies auch bis nach Überlingen am Bodensee durchgedrungen sein. Quelle:

Andernfalls könnten die „jüdischen Spuren in Überlingen“ zur Plattitüde verkommen. Ein fragwürdiges und hilfloses Ratespiel am Rande des Provinziellen mit irreführender Tendenz, jenseits der Zeit aktuellen Geschichte. Ein Melodram der Ängstlichkeit vor jenen Hightech Manager die sich in allgemeiner Landschaftspflege ergehen.

Warum hält manch einer auf einmal so viel vom „Jüdischen“ und „Israelischen“ in Überlingen. Zumindest das „Jüdische“ ein Abstraktum für jene die es holpernd in den Mund nehmen auf ihrem Schleichweg hin zur Ergötzung an Zion. Auf rein jüdischen Autobahnen der Okupationsinszenierung Israels vergessen Jene die sich im „heiligen Land“ wähnen, ihre Eintrittskarte zur Erinnerung an die Folgen ihrer eigenen einspurigen Gedächtnisarbeit. Oder wollen sie diese erst gar nicht lösen?

Was will man hier nicht sehen? Oder was sieht man nur ausschließlicher Weise und warum?

„Jüdische Geschichte in Überlingen“ als Nebelbombe zur Verschleierung der Rüstungsgeschäfte mit Israel? Die Besatzungsmacht in der Retouche am Bodensee zur Reinwaschnung alter Schuld? Ritualmord am Sohn der Erinnerung? Er hatte zwei Namen: „Nachdenken“ und „ungeteilte Erinnerung“. Der diese Losung vergisst, schafft neue Schuld.

Spekulation, verkehrte Welt, Fiktion oder alles halb so schlimm?

Die Antwort eines Israelis und Juden.

„Es wird zudem, nicht wenige jüdische Israelis geben, die auf eine geborgt – angeeignete „jüdische“ Identität von Deutschen mit einigem neuralgischen Argwohn reagieren dürften; man fühlt sich unangenehm berührt, wenn Deutsche übertrieben auf „Jüdisches“ abfahren. Assoziationen kommen auf.“

Prof. Moshe Zuckermann, israelischer Soziologe und Professor für Geschichte und Philosophie an der Universität Tel Aviv | Leitung des Institut für Deutsche Geschichte an der Universität Tel Aviv 2000-2005 in:“ Antisemit, ein Vorwurf als Herrschaftsinstrument“ S.158

Israels Politik betreffs der von ihm seit über 40 Jahren besetzten Gebiete, sein Narrativ des: „Uns als auserwähltes Volk Gottes gehört das gelobte Land“ vorbehaltlos zu unterstützen, spiegelt im Grunde jenen dunkelsten Teil unserer eigenen Geschichte, in dem das Ressentiment dem Anderen, dem Fremden gegenüber aufersteht wie ein Phönix aus seiner Asche. Denn der Andere hat noch nie zum „Auserwählten“ gepasst, er war mindestens Störfaktor.

Der typische Vorgang des xenophobischen, der das Andere und den Anderen entweder gerne so hätte, dass er/es sich ihm gleiche oder wenn nicht, dann eben diesen gerne los werden will.

So lange dies nicht der Fall ist erfolgt Leugnung der Fakten in anbiedernder Weise und Tabuisierung aktueller Geschichte.